Wir in Stralendorf : Zweites Zuhause bietet Abwechslung

Es ist immer Zeit,  um mit den Bewohnern zu plaudern oder das aktuelle Geschehen zu verfolgen. Direktorin Sabine Barfuß (r.)  bei der Zeitungslektüre mit Waltraud Ibendahl.
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Es ist immer Zeit, um mit den Bewohnern zu plaudern oder das aktuelle Geschehen zu verfolgen. Direktorin Sabine Barfuß (r.) bei der Zeitungslektüre mit Waltraud Ibendahl.

Im Stralendorfer „Haus am Park“ werden Senioren nicht nur gepflegt

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04. Januar 2016, 11:18 Uhr

Es ist nicht das eigene Zuhause. Es sind nicht die vertrauten Ecken, die viele seit Jahrzehnten kennen, aber für die Bewohner des Kursana Domizils „Haus am Park“ in Stralendorf ist ihre neue Umgebung ein zweites Zuhause geworden. 60 Wohnplätze für Senioren gibt es in dem modernen Bau in der Dorfstraße 28A. Alle sind belegt. Die Warteliste ist lang, sagt Direktorin Sabine Barfuß. Aber nicht nur Senioren, die nicht mehr allein leben können, kommen in das „Haus am Park“. Auch viele ältere Leute aus dem Ort und den Nachbardörfern schauen regelmäßig vorbei. „Wir haben ein breit gefächertes Kulturangebot, dass auch von Besuchern genutzt werden kann“, betont Sabine Barfuß. So gibt es unter anderem regelmäßig Konzerte und Hoffeste wie das Kartoffel-, Herbst- oder Sommerfest. Auch Schule und Kita gehören zu den Gästen des Hauses. „Die Zeiten, in denen Altenheime Häuser fern vom ganz normalen Leben waren, haben wir schon viele Jahre hinter uns gelassen“, sagt die Direktorin. Die Bewohner sollen sich wohlfühlen und nicht abgeschoben, schiebt sie hinterher.

Auch regelmäßige Stammtische mit Angehörigen sind Teil des Konzepts. „Es ist nicht einfach, mit Demenzerkrankten oder Alzheimerpatienten umzugehen. Auch Angehörige brauchen oft Hilfe“, erklärt sie. Seit mehr als zwölf Jahren ist die Schwerinerin in der Altenpflege tätig. Die gelernte Facharbeiterin für Textiltechnik und Wirtschaftskauffrau stand nach der Wende plötzlich ohne Arbeit da. „Ich hatte vier Kinder und zuhause sitzen kam nicht in Frage. Ich fuhr mit meiner Schwester nach Lübeck, sie hatte eine Arbeit ausfindig gemacht“, erinnert sich Sabine Barfuß. Was es genau war, wusste sie zunächst nicht. Und dann stand sie bei Kühne am Fließband. Schnell kam die Erkenntnis: „Das ist keine Arbeit, bei der ich alt werde.“ Sie bewarb sich für die Altenpflege, arbeitete sich von der Helferin bis zur Pflegedienstleiterin nach oben und übernahm am 1. April 2015 den Posten als Direktorin. „Ich kenne alle Bereiche eines Altenheims, war auch zwischenzeitlich in Kriseneinrichtungen“, fügt sie hinzu und erzählt von Fehlern, die zu oft gemacht werden. Sabine Barfuß weiß aber auch, wie es funktionieren kann. „Wir müssen uns doch einfach nur mal in die Situation der Pflegebedürftigen versetzen – den Verstand einschalten.“ Das ist ihr Rezept für ein gutes Pflegeheim. Und genau das erwartet sie nicht nur von den 24 Pflegekräften im „Haus am Park“, sondern auch von allen anderen Mitarbeitern. Die Bewohner hätten ihre Ansprüche – das sei auch gut so.

Geeignetes Personal zu finden, werde auch für Sabine Barfuß immer mehr zum Problem. Nicht jede Pflegekraft sei bereit, wirklich gute Arbeit zu leisten. „Die schlechte Bezahlung ist kein Argument, die gibt es hier nicht. Der fehlende Wille ist bei so manchem Bewerber das Problem“, bringt Sabine Barfuß es auf den Punkt.

In das neue Jahr blickt die Direktorin zuversichtlich, denn allein der Veranstaltungskalender für das „Haus am Park“ hält viele gute Überraschungen bereit.

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