Wir in Alt Meteln : Traditionsfirma in vierter Generation

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Wilfried Bussler führt Sattlerei und Polsterei seines Schwiegervaters weiter

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01. Juni 2016, 14:12 Uhr

Der Auftrag für das Schloss in Lützow ist vor wenigen Wochen fertig geworden. „Wir haben fünf Bettkästen ausgepolstert und einige alte Schränke bespannt. Die Arbeit hat Spaß gemacht“, blickt Wilfried Bussler zurück. Er ist der Inhaber der Alt Metelner Firma Sattlerei, Polsterei, Raumausstattung Frahm. Sein Schwiegervater Hermann Frahm hatte die Firma jahrelang geführt. Er selbst, so erzählt Bussler, ist ein Seiteneinsteiger. Von Hause aus ist er Matrose, fuhr in DDR-Zeiten mit Handelsschiffen unter anderem nach Mittelamerika und Asien. Bis er seine künftige Frau, eine geborene Frahm, kennen lernte. Ihr Vater suchte einen Nachfolger für den Handwerksbetrieb, der seit 1880 in Familienbesitz ist. So fing Wilfried Bussler eine Ausbildung als Sattler und Polsterer an. Er machte seinen Gesellen- und später auch noch seinen Meisterbrief. Gerade hat er von der Handwerkskammer Schwerin eine Ehrenurkunde zum 25-jährigen Meisterjubiläum bekommen, die jetzt in der Werkstatt hängt.

Vorwiegend werden in der Alt Metelner Werkstatt Sessel, Couchen, Liegen neu gepolstert und bezogen. Auch Planarbeiten, vor allem für Boote, stehen an. Gerade jetzt zu Beginn der Bootssaison gibt es viel zu tun. Doch die Palette der Arbeiten ist breit gefächert, betont der Handwerksmeister. Gern erinnert er sich an die Arbeit in Burg auf der Insel Fehmarn. Das war im Vorjahr. Bussler: „Wir haben 190 Sitzplätze eines Kinos mit Möbelstoff neu bezogen. Das war eine Herausforderung.“ Denn der Auftrag sei sehr umfangreich gewesen und der Alt Metelner wollte die anderen privaten Kundenaufträge in dieser Zeit nicht vernachlässigen. Immerhin haben er und sein Geselle an die acht Wochen allein mit diesem Auftrag zu tun gehabt.

Und für das Unternehmen Google in Hamburg habe die Alt Metelner Werkstatt an einer Sitz-Insel, die einem Vogelnest nachgebildet ist, gearbeitet: Schaumstoffrollen mit Möbelstoff wurden bezogen. Das sei mal etwas ganz anderes gewesen, so Bussler. Bei vielen Aufträgen arbeitet er mit einer Schweriner Einrichtungsfirma zusammen. Diese statten Hotels und andere öffentliche Einrichtungen aus, anfallende Polsterarbeiten werden an die Sattlerei und Polsterei übergeben. Sorge, dass die Arbeit ausgehe, habe Wilfried Bussler nicht. Gedanken mache er sich eher über den Fortbestand der Firma, die mittlerweile seit 136 Jahren besteht. Die zwei Söhne der Busslers haben sich beruflich anderweitig orientiert, keiner will das väterliche Geschäft übernehmen. Der Handwerksmeister hofft nun, dass sein Geselle, der fast 30 Jahre in der Firma ist, das Traditionsunternehmen übernimmt.

Im Dorf bringen sich Bussles auch ein. Wenn zum Beispiel der Parkettfußboden in der Turnhalle für Veranstaltungen wie jüngst bei der Plappermöhl, abgedeckt werden muss, ist die Firma zur Stelle und übernimmt das anstandslos. Wilfried Bussler selbst ist zudem Mitglied des Heimatvereins. Und freut sich über die zahlreichen Veranstaltungen, die der Verein anbietet.

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