Wir in Sukow : Restwärme heizt Wasser für Welsfarm

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Sukower Unternehmen erzeugt Strom aus Biogas und jeden Tag eine Tonne Fisch

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10. Januar 2016, 17:21 Uhr

In der Welsfarm in Sukow wird jeden Tag annähernd eine Tonne Fisch produziert. Im Jahr seien es im Schnitt zwischen 350 und 400 Tonnen Welse, erläutert Christian Karp. Er ist Geschäftsführer der Sukower Bioenergie und Welsfarm – wie auch Jens Fröhlich. Die schlachtreifen Fische werden lebend an mehrere Großhändler verkauft, Welsfleisch wird aber auch im Hofladen direkt vor Ort angeboten.

Die Fische werden als Setzlinge mit einem Gewicht von 12 bis 15 Gramm aus Holland bzw. aus Abtshagen in Vorpommern angeliefert und erreichen nach fünfeinhalb Monaten ein Gewicht um 1,5 Kilogramm und damit die Schlachtreife.

„Wir sind derzeit dabei, eine eigene Verarbeitungsstrecke am Standort aufzubauen“, erzählt Christian Karp. Ein geringer Teil der Fische werde schon hier geschlachtet, um Schweriner Gaststätten damit zu beliefern. Das soll nun ausgebaut werden. Dann entfallen die aufwändigen Transporte in großen Wassertanks. Große Investitionen für eine Verarbeitungsstrecke seien nicht notwendig, aber man wolle die Anzahl der Mitarbeiter aufstocken.

Die kontrollierte Aufzucht von Fischen, so erklärt der Geschäftsführer, sei effektiv: Ein Kilogramm Futter reiche aus, um 900 Gramm Fischfleisch zu produzieren. Für ein Kilogramm Schweinefleisch hingegen seien drei Kilogramm Futter nötig. Die Sukower Welsfarm, übrigens die zweitgrößte in Mecklenburg-Vorpommern, gibt es seit 2012. Vor einem Jahr stieg Christian Karp, der in Kraak einen Landwirtschaftsbetrieb führt, in dieses Geschäft ein, das aber nur einen Teil des Sukower Unternehmens ausmacht.

Der andere Bereich ist die Bioenergie. Daher die Firmenbezeichnung Sukower Bioenergie und Welsfarm. Das Unternehmen betreibt vier Biogasbehälter, beschickt werden diese mit Mais- und Grassilage aus eigener Bewirtschaftung sowie Fischgülle aus der Welsfarm und Rindergülle aus Kraak. Das beim Gärprozess entstehende Gas wird in zwei Blockheizkraftwerken zu Strom umgewandelt und ins Netz gespeist. Das ist das eigentliche Hauptgeschäft. Mit der anfallenden Wärme – einem Nebenprodukt – wird auch die Welsfarm betrieben.

Aber auch sämtliche gemeindlichen Einrichtungen des Dorfes wie Grundschule, Sporthalle, Gemeindehaus und Kindergarten werden mit dieser Restwärme kostengünstig versorgt – und umweltfreundlich, weil CO2-neutral. Dieses Nahwärmenetz soll jetzt ausgebaut werden, sagt Karp. „Wir haben noch Kapazität.“ So können weitere Privathaushalte an das Netz angeschlossen werden – insgesamt etwa ein Drittel der Haushalte in Sukow. Zwei Hausbesitzer hätten schon konkrete Anfragen gestellt.

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