Wir in Wittenförden : Feste Größe in der Firmenlandschaft

Karte: Stepmap, 123map, OpenStreetMap, ODbL 1.0
1 von 2
Karte: Stepmap, 123map, OpenStreetMap, ODbL 1.0

Unternehmen Urban Krane Wittenförden wird in diesem Jahr 25 Jahre alt

svz.de von
16. März 2016, 10:16 Uhr

Bei ihnen hing schon so allerlei am Haken: die Kanzel des Parchimer Flughafentowers, die Kerzen des Adventskranzes auf dem Schweriner Wasserturm, Flügel für Windkraftanlagen in Schönberg und ein Betonmischer, der in einem Graben lag. Dort, wo es schwer und sperrig wird, rollt Technik an. Technik, auf die sich die Detlef Urban GmbH aus Wittenförden spezialisiert hat.

Als Detlef Urban 1994 einen Firmensitz am Wittenfördener Nordring baute, waren noch viele Flächen im Gewerbegebiet frei. „Wir waren eine der ersten Firmen, die hier hergezogen sind“, sagt Urban. Drei Jahre zuvor hatte er schon die GmbH gegründet und sich vorher alte DDR-Krane besorgt. „Günstig geschossen“, sagt er. Selbstständig war er jetzt, der Mann, der in Bad Muskau in der Lausitz geboren wurde, Kfz-Schlosser gelernt hatte und Mitte der 1970er-Jahre nach Mecklenburg kam, als das Kabelwerk in Sacktannen erweitert wurde. Der Norden, das passte ihm gut in den Kram. Hier arbeitete er nun und hier gab es das, was er in seiner Heimatregion vermisste: Genug Wasser zum Segeln.

Als der politische und wirtschaftliche Umbruch kam, wurde Detlef Urban sein eigener Herr. „Die Anfangszeit“, sagt er, „die war nicht immer einfach.“ Die Konkurrenz war groß. Allein sieben Firmen boten in Schwerin ihre Kran-Dienste an. „Heute sind es noch zwei“, weiß der 65-Jährige. Seine Firma hat sich am Markt behauptet, konnte sich Stück für Stück vergrößern, neue Technik anschaffen und sich einen guten Ruf erarbeiten – und mittlerweile schon in die zweite Generation gehen.

„Mein Vater ist vor einem Jahr in den Ruhestand gegangen“, sagt Sandy Urban (36), die jetzt gemeinsam mit ihrem Mann Enrico Schwarz die Nachfolge angetreten hat. Detlef Urbans Frau Sybille ist Geschäftsführerin des Unternehmens, das insgesamt 16 Mitarbeiter hat. In Wittenförden ist das Unternehmen fest verankert und hilft, wenn Hilfe gebraucht wird, stellt Equipment für Schützen- oder Dorffeste. Und wenn der Kindergartenspielplatz neue Spielgeräte bekommt, dann ist auch ein Kran zur Stelle. Kostenlos.

Die vergangenen Monate waren mild. Gut für die Urbans, denn die Baubranche verfiel nicht gänzlich in den Winterschlaf. Krane, Lkw und Personal hatten zu tun. Doch egal ob Arbeiten in luftiger Höhe oder Parterre: „Die Planung ist immer wichtig“, sagt Enrico Schwarz. Die Schwertransporte müssen angemeldet, die Einsatzorte begutachtet werden. Wie hieven wir die Maschine in die Halle? Wie viel Platz haben wir zum Rangieren, wenn eine Molkerei noch einen Milchtank bekommt? Wie heben wir die ausrangierten Eisenbahnwaggons am besten auf den Auflieger?

Im April gehen die Boote ins Wasser. Dann nimmt die Firma Urban auch wieder den denkmalgeschützten Kran am Ziegelinnensee in Betrieb. Hobbysegler Detlef Urban hat sein Boot auf der Insel Poel liegen. Die Firma, sagt er, weiß er in guten Händen. Jetzt geht er segeln und baut Boote. Die Zeit, die hat er jetzt dafür.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen