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Wir in Klein Trebbow : Familie von Trotha lebt im offenen Haus

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Auf Hof Trebbow geht es um Nachhaltigkeit – in der Wirtschaft und im Vereinsleben

von
erstellt am 01.Mai.2016 | 23:59 Uhr

Hof Trebbow – so nennen Dorothea und Dr. Ivo von Trotha das Areal zwischen Klein Trebbow und dem Rugensee, auf dem die Familie seit 15 Jahren zu Hause ist. Die Pädagogin und der Kaufmann zogen damals mit ihren drei Kindern von Hamburg aufs flache Land und wagten einen Neuanfang in Mecklenburg. „Als es Ende der 1990er-Jahre möglich wurde, einen Teil des alten Barnerschen Familienbesitzes zurückzukaufen, haben wir das getan und uns entschlossen, unseren Lebensmittelpunkt nach Klein Trebbow zu verlegen“, blickt Dorothea von Trotha, deren Mutter eine geborene von Barner war, zurück.

Dazu gehört auch, dass die Eheleute seitdem neue Berufe ausüben. Dorothea von Trotha kümmert sich um die Landwirtschaft, ihr Mann um den Wald und die Forstwirtschaft. Und am Rande von Klein Trebbow entstand der neue Wirtschaftshof.

„Unser Wohnhaus war vom ersten Tag an ein offenes Haus“, erzählt Dorothea von Trotha. Mehr als 100 Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen, Vorträge und Filmvorführungen fanden seitdem in der großzügig gestalteten Eingangshalle des Hauptgebäudes statt. „Ein derartig aktives Leben kann mit der Attraktivität einer Großstadt durchaus mithalten und positiv ausstrahlen“, unterstreicht Dr. Ivo von Trotha.

Dass gerade der Förderverein für die Kirche Groß Trebbow und der Verein „Denkstätte Teehaus Trebbow“ hier häufig zu Gast sind, ist kein Zufall. Die Eheleute von Trotha gehören zu den Wegbereitern dieser Vereine. Dorothea von Trotha ist Vorsitzende des Kirchen-Fördervereins, Dr. Ivo von Trotha Chef der Denkstätte. „Meine Mutter hatte mir eine Bitte mit auf den Weg gegeben: ,Kümmere dich um die Kirchen’. Und das habe ich getan“, erzählt die Hausherrin. Kirchengemeinde und Förderer haben den Backsteinbau aus dem 15. Jahrhundert „vor dem Verfall gerettet“, aber zu tun ist immer genug, um das Gebäude zu erhalten und das Leben in der Kirchengemeinde mitzugestalten.

Dr. Ivo von Trotha hat sich der jüngeren Geschichte zugewandt: dem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler und dem Widerstand gegen Diktaturen jeglicher Couleur. Denn Klein Trebbow ist der einzige Ort in Mecklenburg mit konkretem Bezug zu den Geschehnissen am 20. Juli 1944. Kurz zuvor, zu Ostern, trafen sich Claus Schenk Graf von Stauffenberg und Fritz-Dietlof Graf von der Schulenburg im Teehaus im Trebbower Gutspark, um das Attentat vorzubereiten. Daran wird nicht einfach erinnert, die heutigen Generationen sollen daraus Lehren ziehen. „Wir bereiten gerade einen Internet-Auftritt vor, mit dem ausgehend von Klein Trebbow Widerstandsorte in MV gezeigt werden, um mehr junge Leute zu erreichen“, erzählt der Vereinschef.

Bei all ihren Aktivitäten legen von Trothas auf einen Punkt besonderen Wert: Nachhaltigkeit. Sie wollen für die nächsten Generationen etwas Bleibendes schaffen. „Wer Eigentum im ländlichen Raum erwirbt, übernimmt auch die Verantwortung, etwas daraus und etwas für das Land zu machen“, nennt Dr. Ivo von Trotha die Maxime, mit der die Familie vor 15 Jahren nach Klein Trebbow zog.

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