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Wir in Crivitz : Er greift Vereinen unter die Arme

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Crivitzer Paul Freitag unterstützt nicht nur den Freizeitsport

von
erstellt am 05.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Die zweite Sanierungswelle im Heizungs- und Sanitärbereich beschert der Firma Paul Freitag viele Aufträge. „Ja, es gibt viel zu tun“, sagt der Inhaber der Firma für Sanitär- und Heizungsanlagen, Bauklempnerei, Solar und Wärmepumpen in Crivitz. Wer nach der Wende gebaut hat, lässt jetzt das eine oder andere erneuern. Hinzu komme die Energieumstellung: Solar, Wärmepumpen, Pelletheizung seien gefragt. Die gute Auftragslage zahlt sich aus: für die Firma , für ihn – und für die Stadt. Denn als Unternehmer zahlt der Crivitzer Gewerbesteuer, von der die Stadt profitiert.

Paul Freitag ist Stadtvertreter, war früher stellvertretender Bürgermeister. Er weiß, wie es um den Haushalt der Stadt bestellt ist. Für Pflichtaufgaben muss das Geld bereitstehen. Für freiwillige Aufgaben wie die Unterstützung von Vereinen bleibe immer weniger Geld übrig. Deshalb springt er ein. Jetzt gerade spendet Paul Freitag der Grundschule 200 Euro, damit sie sich neues Geschirr für die moderne Lehrküche anschaffen kann. Die Fußballer der Stadt profitieren von seinen Spenden ebenso wie die Fördervereine der Schulen, der freiwilligen Feuerwehr und des Krankenhauses. Auch die Karnevalisten sind dankbar für die Zuwendungen. Die Firma hilft zudem materiell, etwa mit der Bereitstellung von Fahrzeugen. Zum 65. Geburtstag hatte der Crivitzer statt Geschenke um Geldspenden gebeten. Es kamen 5000 Euro für die Vereinsarbeit zusammen. Warum er spendet? „Wenn Kinder und Jugendliche keine sinnvolle Freizeitbeschäftigung finden, kehren uns noch mehr den Rücken. Da müssen wir gegensteuern“, sagt er.

Paul Freitag hat in seinem Berufsleben viel erreicht, aber nicht alles verlief reibungslos. Der Crivitzer hat in der DDR als Meister und Abteilungsleiter für Lüftungsbau im Wohnungs- und Gesellschaftsbaukombinat in Schwerin gearbeitet. Doch er wollte sich selbstständig machen. Das war damals nicht einfach. Sieben Jahre musste er warten. Im Januar 1977 endlich konnte er in der Garage auf seinem Hof eine Werkstatt einrichten. Sein Vorteil: Er wusste , dass er Aufträge bis Jahresende hat. Weil es so viel Arbeit gab, stellte Freitag den ersten Lehrling ein: Frank Schaffer. Der arbeitet noch heute in der Firma – als Meister und ist zudem der Schwiegersohn. Mittlerweile ist auch Enkelsohn Christoph hier als Meister und Kundendienstmonteur beschäftigt.

Bis zur Wende zählte die Firma sechs Mitarbeiter. Sie installierten u. a. Heizungs- und Sanitärtechnik, verlegten Dachrinnen und Regenrohre. Bald schon brauchte die Firma mehr Platz. Sie zog um in eine ausgebaute Großgarage auf dem Bahnhofsgelände. Nach der Wende wuchs das Unternehmen auf rund 60 Mitarbeiter. Paul Freitag: „Im Wohnungsbau gab es großen Nachholebedarf.“

Auch eine bittere Lehre hat der Crivitzer ziehen müssen. „1994 haben mich so genannte ehrbare Kaufleute aus Lübeck um 1,4 Millionen D-Mark gelinkt. Vor Gericht habe ich Recht bekommen – aber kein Geld.“ Der Firmenchef musste einen Großteil der Mitarbeiter entlassen. Hinzu kam, dass es mittlerweile viele Unternehmen in dieser Branche gab. „Die Stücke vom Kuchen wurden kleiner“, so Freitag. Erst nach 2005 ging es wieder aufwärts. Heute steht das Unternehmen auf gesunden Beinen.

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