Wir in Seehof : Eine gute Tradition

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Mit einem Feuerteufel hat es angefangen – die Brandschützer feiern 60-Jähriges

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19. Juni 2016, 23:38 Uhr

Feuerwehren gibt es viele im Land. Sich da abzuheben, ist nicht einfach. Das wissen auch die Seehofer. Doch seit 60 Jahren seien die Brandschützer eine eingeschworene Truppe, sagt Wehrführer Mario Möller und beruft sich da auch auf Erzählungen aus fast vergessenen Zeiten. Angefangen hatte alles jedoch viel früher.

Ein Blick in die Geschichte: Am 6. Oktober 1945 stand Seehof in Flammen. Es brannten neben einem Vier-Familien-Haus auch ein Pferdestall und eine Scheune. 114 Tiere, darunter Pferde, Ferkel und Schafe, kamen um. Auslöser für die Brände war ein Feuerteufel. Eine Feuerwehr gab es damals nicht. 1946 organisierten Einwohner die erste Gruppe zur Brandbekämpfung. In den Jahren darauf folgten weitere Brände. 1950 wurde dann die erste Löschgruppe unter Karl Lenz ins Leben gerufen. Bis 1967 war er Wehrführer in der Gemeinde Seehof. Die erste Ausrüstung gab es allerdings erst 1956: eine TS 8, fünf B-Schläuche, fünf C-Schläuche sowie Strahlrohre und Hakengurte. Und 1965 wurde das erste Gerätehaus gebaut. Und nur ein Jahr später, 1966, hatten die Seehofer es wieder mit einem Feuerteufel zu tun. Mehrfach brannte es im Ort, erinnert sich auch Karl-Heinz Schomann an Erzählungen alter Kameraden. Denn 1971 zog es ihn der Liebe wegen von Stralendorf nach Seehof. „Ich bin dort als 16-Jähriger in die Feuerwehr eingetreten. Während einer Versammlung hatte man mich angeworben und diese Leidenschaft ist bis heute geblieben“, erklärt der nun 78-Jährige und ist sich sicher, dass es auch heute noch so funktioniert. „Einmal Feuerwehrmann, immer Feuerwehrmann!“ 1956 ging er zur Berufsfeuerwehr nach Schwerin – bis 1981. Und 1990 wurde Karl-Heinz Schomann als Amtswehrführer im damaligen Amt Lübstorf/Alt Meteln berufen. „Da hatte ich natürlich auch immer einen besonderen Blick auf die Wehr in meinem Heimatort“, sagt der Seehofer und erzählt von vielen gemeinsamen Aktionen der Brandschützer. Der Zusammenhalt habe ihn immer sehr beeindruckt. Viele Jahre vor und nach 1990 war er Bürgermeister der Gemeinde und dankbar für jede Unterstützung der Feuerwehrmitglieder. „Sie waren einfach stets zur Stelle, auch wenn es nicht gebrannt hat“, betont Schomann. So haben sie mit angepackt beim Bau des Zeltplatzes, der Verkaufsstelle – selbst bei Bürgersteigen und auch der Gaststätte. „Eine super Truppe – bis heute“, verteilt er Lorbeeren.

Auch auf die aktuelle Bilanz könnten die Brandschützer stolz sein. 25 Aktive sichern derzeit die Einsatzbereitschaft ab, sieben Mitglieder zählt die Jugendwehr und zwölf sind es in der Florentiner-Gruppe – der Sechs- bis Zehnjährigen - sowie sechs in der Ehrenabteilung. Am Wochenende wurde in Seehof groß gefeiert: 60 Jahre Feuerwehr. „Wir sind wirklich stolz auf das, was wir mit der Gemeinde zusammen geschaffen haben. Wir sind gut ausgestattet, würden uns aber über weitere Mitglieder freuen“, betonte Wehrführer Möller. Die Brandschützer treffen sich jeden Sonntag von 10 bis 11 Uhr am Feuerwehrhaus. „Da kann man gern mal vorbeischauen“, fügt er hinzu.

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