zur Navigation springen

Wir in Zülow : Ein Wald für die Dorf-Gemeinschaft

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

24 Zülower machen gemeinsame Sache – und kümmern sich nachhaltig um ihr Holz

svz.de von
erstellt am 18.Apr.2016 | 09:57 Uhr

Wer dem Roland einen Besuch abstattet, der ist nicht zu Gast bei einem Verwandten, Freund oder Bekannten, sondern steht in einem Waldstück in Zülow. Hier stehen Ahorn, Eichen, Erlen oder Buchen. Ulmen und Eschen, die gab es hier auch zuhauf. Doch deren beste Zeit scheint vorbei. „Pilzbefall“, sagt Michael Pahlow (54) und zeigt auf einige Eschen-Stämme, die abgeholzt wurden. Die kranken Bäume müssen weg, damit gesunde wachsen können. Der Roland ist 22 Hektar groß und gehört genau wie das neun Hektar mehr umfassende Waldstück Großes Holz nicht dem Bund, dem Land oder einem einzelnen Privatmann, sondern der FGB Zülow mit gleich 24 Eigentümern.

FBG, das steht für Forstbetriebsgemeinschaft, die in Zülow 1934 entstanden ist und sich 1991 neu gründete. Effizientere Bewirtschaftung des Waldbesitzes und Verbesserung der Holzernte- und Holzabsatzmöglichkeiten, gemeinschaftliche Nutzung teurer Maschinen, koordinierter Abtransport des Holzes, gemeinsamer Wegebau und gebündelte Vermarktung des Holzes – das sind ökonomische Vorteile solch einer FBG. Doch Landwirt Michael Pahlow, der der Forstbetriebsgemeinschaft in Zülow seit 25 Jahren vorsteht, sieht noch andere Vorteile: „Sie fördert auch den Zusammenhalt im Dorf.“ Umsichtige Bewirtschaftung des eigenen Nadel- und Laub-Waldes, das haben sich Pahlow und die anderen Mitstreiter auf die Fahnen geschrieben. Außerdem kümmern sich zwei Revierförster und ein Forstunternehmen um die beiden Waldstücke.

Ein frischer April-Wind weht durchs Gehölz. Michael Pahlow durchstreift den Wald und schaut, wie sich die Roterlen in der Schonung machen. Vor vier Jahren, als das Eschentriebsterben eingesetzt hatte, wurden auch sie als Ersatz in die Erde gesetzt. Auf sieben Hektar wurde im Roland aufgeforstet. „Zwei Hektar kommen in diesem Jahr noch dazu“, weiß Pahlow. Vielleicht überlebt die eine oder andere Esche den Pilzbefall, so wie es auch einige wenige widerstandsfähige Ulmen geschafft haben, als Ende der 1960-er Jahre das große Ulmensterben einsetzte.

Seit 1986 lebt und arbeitet der studierte Landwirt Michael Pahlow in der Region, bewirtschaftet eine 400 Hektar große Fläche bei Zülow. Die Frühjahrsbestellung der Felder ist im Gange, Zuckerrüben und Sommergerste können jetzt wachsen. „Wir sind ein Zwei-Mann-Betrieb“, sagt Pahlow, der seit zwei Jahren auch Verbandsvorsteher des Wasser- und Bodenverbandes Schweriner See und Obere Sude ist. Natur und Umwelt liegen ihm am Herzen. Das Wir-Gefühl auch – und dass das in Zülow klappt, daran hat auch er seinen Anteil.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen