Wir in Klein Rogahn : Der Fasanenhof blüht wieder auf

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Karte: Stepmap, 123map, OpenStreetMap, ODbL 1.0

Landschaftsbauer machte aus marodem LPG-Gelände schmucken Firmensitz

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06. Juni 2016, 14:05 Uhr

Die alten Eschen, Weiden und Kastanien haben Äste gelassen. Der Sturm war kurz und heftig, doch die Stämme der betagten Bäume knickten nicht ein. Ein paar Stunden hatte ein Mitarbeiter schon zu tun, um all das Kleinholz vom Betriebsgelände der Firma Völzer aufzuräumen. Aufräumen, das gehört irgendwie zur Geschichte dieses großen Geländes am Fasanenhof in Klein Rogahn, dort, wo im 19 Jahrhundert der Großherzog direkt nebenan eine Fasanerie nebst Jägerhaus betrieb und die LPG Tierproduktion Rogahn zu DDR-Zeiten Ställe für 240 Milchkühe bauen ließ. Nach der Wende waren die Kühe weg und Handwerksbetriebe kamen. Etablieren konnten sie sich an diesem Standort nicht. Die, die danach das verwaiste Gelände betraten, wollten nichts aufbauen, sondern zerstören. Fenster, Türen – alles weg. Dafür war jetzt illegal entsorgter Müll da. Marode und unansehnlich – in Klein und Groß Rogahn waren sich alle einig: das alte LPG-Gelände ist ein Schandfleck.

Goldfasane dösen in der Nachmittagssonne, ein Pfau thront stolz auf gestapelten Strohballen. Schwalben schwirren aufgeregt umher und bauen Nester an den lang gezogenen Ställen mit dem weißen Anstrich. Alles ist wieder hergerichtet, auf Vordermann gebracht und ansehnlich. „Den alten Sozialtrakt habe ich abgerissen und komplett neu aufgebaut.“ Der Mann, der das sagt, heißt Torsten Völzer, ist 56 Jahre alt und Chef der gleichnamigen Garten- und Landschaftsbau-Firma. Seit der Diplom-Landwirt das Gelände 2005 ersteigert hat, setzt er dort seine Visionen um. Er restauriert die Gebäude, pflanzt Himalaya-Birken oder Maulbeerbäume, schlägt Eichenspalt-Zaunpfähle in die Erde, legt eine Tannenbaumplantage an und kümmert sich um kleine und große Tiere. Vor der Wende war er Abteilungsleiter bei der LPG Pflanzenproduktion Pampow, nach der Wende Angestellter einer Tiefbaufirma in Schwerin. Dann machte er sich selbstständig als Garten- und Landschaftsbauer. „Da konnte ich mein Grundwissen aus der Landwirtschaft und meine Praxis aus dem Tiefbau vereinen“, sagt Torsten Völzer.

Das Geschäft läuft, die Auftragsbücher sind voll. Und saisonal bedingt sind fünf bis zehn Mitarbeiter damit beschäftigt, zum größten Teil privaten Bauherren im Amtsbereich Stralendorf die Außenanlagen zu gestalten und zu verschönern. Lange Zeit hatte Torsten Völzer seinen Betrieb in Görries, vor fünf Jahren zog er dann von der Handelsstraße zum Fasanenhof. „Hier kann ich meine Liebe zu Pflanzen und Tieren ausleben“, sagt er. Dem Fasanenhof tut das gut. Und Goldfasane und Pfaue sorgen dafür, dass dieses Stückchen Land seinem Namen auch wieder gerecht wird.

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