Wir in Bülow : Begehrte Wolle und Fleisch aus Speuß

Karte: Stepmap, 123map, OpenStreetMap, ODbL 1.0
1 von 3

Karte: Stepmap, 123map, OpenStreetMap, ODbL 1.0

Im dem kleinen Ort werden Galloways und Jacobschafe gezüchtet

svz.de von
13. Juni 2016, 16:00 Uhr

Vier Häuser, ein Dutzend Menschen, 20 Galloway-Rinder und 64 Jacobschafe – das ist Speuß. Zwei der Bewohner sind Sigrid (67) und Jürgen Lückhoff (66). Eine alte Hausruine zwischen Wiesen und Feldern haben sie vor mehr als 20 Jahren saniert, um auf diesem Fleckchen Erde zu wohnen und zu leben. Und um eine besondere Art von Schafen zu züchten. Jacobschafe.

Die Blätter einer wuchtigen Birke und eines stämmigen Eichenbaums spenden den jungen Schafen Schatten. Einige der 38 Lämmer dösen träge vor sich hin, andere grasen unaufgeregt die Wiese ab. „Jacobschafe“, sagt Sigrid Lückhoff, „sind pflegeleichte und robuste Tiere, die auch in der Landschaftspflege zum Abgrasen eingesetzt werden“. Sie muss es wissen, denn seit 1988 züchtet die gebürtige Aachenerin diese Tiere, hegt, pflegt und schert sie selbst. Das ist ihr Hobby. „Ein sehr intensives Hobby“, sagt sie. Tiere vom Jacobhof Speuß sind begehrt. Die Käufer kommen aus Polen, Tschechien, der Schweiz oder den Niederlande. Sie wollen diese Tiere, weil sie zartes Fleisch und hochwertige, gefleckte Wolle haben und hübsch anzuschauen sind. Das finden auch die Lückhoffs. Und diese Schafe fallen ganz besonders auf, weil sie auch vier und manchmal sogar sechs Hörner tragen.

17 eingetragene Jacobschaf-Züchter gibt es in Deutschland, sechs davon allein in Mecklenburg-Vorpommern. „Die Dienstälteste Züchterin ist mittlerweile meine Frau“, sagt Jürgen Lückhoff.

Eine schmale Alleen-Straße trennt den Jacobhof vom Thomashof. Hier leben Diana Boese (40) und Thomas Reineke (45) nebst Kindern und Galloways. Letztere sind Hausrinder, die für die Freilandhaltung geeignet und für ihr gutes Fleisch bekannt sind. Und eben dieses zarte Fleisch mit dem speziellen Eigengeschmack vermarktet das Pärchen seit drei Jahren. „Die Nachfrage ist größer als unser Angebot“, sagt Thomas Reineke. Gerne würden er und seine Frau mehr Tiere aufziehen, aber dafür fehle es derzeit noch an Platz.

Vier Kälber wurden in diesem Jahr schon geboren, drei werden noch erwartet. Artgerechte Haltung, das haben sie sich auf dem Thomashof auf die Fahnen geschrieben. Die Galloways, die ihren Ursprung in Schottland haben, seien sehr genügsam, sagt die Nebenerwerbs-Landwirtin Boese. „Und es ist einfach schön, sich mit diesen Tieren zu umgeben.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen