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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. Oktober 2017 | 22:06 Uhr

Crivitz : Gemeinden dämmen Plakatflut ein

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Im Amtsbereich Crivitz schreiben inzwischen 8 von 17 Kommunen vor, wo Parteien ihre Wahlwerbung aufhängen dürfen

von
erstellt am 23.Aug.2017 | 23:20 Uhr

Vor der Landtagswahl im vorigen September waren die Straßenlaternen in der Crivitzer Altstadt zugehängt mit Wahlplakaten von Parteien aller Couleur. In diesem Jahr ist das nicht der Fall: Die Stadt dämmt mit Hilfe einer Satzung die Plakatflut ein. Nur noch an zwölf extra errichteten Aufstellern dürfen die Parteien ihre Wahlwerbung anbringen. Hinzu kommen einige Großaufsteller – an ebenfalls vorgegeben Orten.

„In der Stadtvertretung wurde schon vor Jahren darüber gesprochen, etwas gegen das massenhafte Zuhängen zu unternehmen“, berichtet Bürgermeisterin Britta Brusch-Gamm. Zur Landtagswahl 2016 stand die Satzung noch nicht, jetzt ist sie in Kraft. Ehrenamtliche Helfer haben die zwölf festen Gitter in Crivitz und Wessin aufgestellt. „Wir als Stadt mussten nur das Material kaufen“, freut sich die Bürgermeisterin über diese Unterstützung. Die Ortsteilvertreter von Gädebehn haben sich gegen diese zentralen Werbeflächen entschieden, deshalb dürfen dort weiterhin die Wahlplakate an den Straßenlaternen hängen.

Das Stadtbild von der Plakatflut frei zu halten, ist übrigens nicht der einzige Grund, der die Crivitzer zu diesem Schritt bewegt hat. An einigen Stellen waren Verkehrszeichen nicht mehr zu erkennen. Und wenn sich die Plakate vorzeitig „auflösten“, mussten Ordnungsamt und Stadtbauhof eingreifen. „Und auch so manche Straßenlaterne hat gelitten, weil die beim Plakatieren beschädigt worden war“, fügt Brusch-Gamm an. Das konnte die Crivitzerin feststellen, als sie im vorigen Sommer als Landtagskandidatin der Achtsamen selbst viele Plakate aufgehängte und auch wieder abnahm. Ebenfalls im Landtagswahlkampf sammelte Brusch-Gamm die Erfahrung, dass viele Plakate nicht unbedingt viel bringen. „Wir geben allen Parteien die Möglichkeit, sich zu zeigen – und das im direkten Vergleich mit dem anderen.“

Brusch-Gamm betont, dass diese Idee nicht neu ist. Die Crivitzer folgen dem Beispiel der Lewitzgemeinden Banzkow, Sukow und Plate, die das bereits seit Jahren so handhaben. „Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht“, berichtet Sukows Bürgermeister Horst-Dieter Keding. In der Anfangszeit hätten sich die Parteien nicht daran gehalten, doch inzwischen wissen die Wahlkampfhelfer, dass sie die Gitter nutzen müssen. Gleiches berichtet Banzkows Bürgermeisterin Irina Berg. In ihrer Gemeinde gibt es aber keine festen Aufsteller, dort werden vor den Wahlen mobile Werbeflächen geschaffen.

Im Amtsbereich Crivitz haben inzwischen 8 der 17 Kommunen eine solche Satzung erlassen. Nicht nur Crivitz kam in diesem Jahr neu hinzu, sondern auch Pinnow und Raben Steinfeld. Banzkow, Plate und Sukow waren die Vorreiter, zwischenzeitlich hatten auch Tramm und Demen entsprechende Regelungen eingeführt, berichtet Amtsvorsteherin Heike Isbarn. „Crivitz, Plate und Sukow verfügen dabei über fest installierte Aufsteller“, ergänzt Isbarn.

„Wir haben uns auch für diese festen Werbeflächen entschieden“, fügt Britta Brusch-Gamm an. „Dort sollen nun auch andere Veranstaltungen angekündigt werden.“

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