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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. Oktober 2017 | 06:14 Uhr

Dümmer : Gemeinde will die Kita abgeben

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Unmut und Sorgen bei den Eltern: Kindergarten „Seepferdchen“ in Dümmer soll in die Hände eines freien Trägers abgegeben werden

svz.de von
erstellt am 13.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Für die Eltern und Erzieher kam wie aus heiterem Himmel, als sie vor kurzem zu einer Informationsveranstaltung in das Gebäude der Kindertagesstätte „Seepferdchen“ in Dümmer eingeladen wurden. Die Nachricht: „Uns wurde vonseiten der Gemeinde eröffnet, dass die Kita aus der kommunalen Trägerschaft an einen freien Träger abgegeben werden soll“, erzählt Jenny Schmidt, Elternratsvorsitzende der Kita, die in diesem Jahr bereits 50 Jahre besteht. „Für uns kam das sehr überraschend. Wir fühlten uns ein wenig vor den Kopf gestoßen“, so die Mutter von zwei Kindern weiter. Auch Martin Herrmann, dessen Nachwuchs ebenfalls die Kita besucht, kann das bestätigen. „Wir haben an diesem Tag das erste Mal von dem Vorhaben gehört“, so der Familienvater.

Unmut regte sich. Also entschloss man sich einige Tage später, versammelt mit rund 30 Eltern und Erziehern, in die Gemeindevertretersitzung zu gehen, bei der der Planpunkt „Kita“ auf der Tagesordnung notiert war. „Wir sind dorthin gegangen, um noch einmal Einblick in die Sache zu bekommen und Argumente vorzubringen“, erzählt Jenny Schmidt. Denn Gespräche mit freien Trägern wie der Diakonie, den Johannitern, der Arbeiterwohlfahrt und nachträglich noch der Volkssolidarität hatte die Gemeinde bereits geführt.

„Es war nicht das erste Mal, dass die Angelegenheit Kita auf der Tagesordnung bei einer Gemeindevertretersitzung stand. Möglichkeiten zur Information gab es“, so Bürgermeisterin Anke Gräber. Die Entscheidung, die Kita abzugeben sei nicht endgültig, aber leicht falle sie mit Sicherheit nicht. Allerdings sei die Einrichtung aufgrund der personellen und finanziellen Situation nicht mehr „zu stemmen“.

Die Eltern können diese Argumente nicht verstehen. „Der Kita geht es doch gut. Wir hätten sogar jemanden in Aussicht, der die vakante Stelle übernehmen würde, nur eben nicht befristet“, so Jenny Schmidt. Denn die Gemeinde hat zwar eine Stelle für die fehlende Erzieher-Position ausgeschrieben, allerdings nur befristet. Und damit laufe es schleppend bei den Bewerbungen. „Eine unbefristete Stelle ist eine Frage des Geldes“, so Gräber, die auch die Unterstützung aus dem Amt Stralendorf moniert.

„Wir haben derzeit neun Erzieherinnen, acht sind Teilzeit angestellt, eine ganztags. Der Betreuungsschlüssel von eins zu sechs bei Krippengruppen und eins zu 15 bei Kindergartengruppen wird mit Schuljahresbeginn aufgehen“, so die Kita-Leiterin Kerstin Romann, die auch klarstellt, dass bis einschließlich Juli dieser Schlüssel nicht gepasst hat, und es deswegen personelle Probleme gab.

Auch sie habe von den Plänen der Gemeinde nichts gewusst und zeigte sich überrascht, als sie während ihres Urlaubs davon erfuhr.

Ebenso wie die Eltern und ihre Kolleginnen befürchtet Romann, dass sich mit der Übernahme durch einen freien Träger die Arbeitsbedingungen und -verträge ändern. Die Bürgermeisterin betont, dass sich durch die Übernahme durch einen freien Trägers die Situation ändere, aber man immer noch an den öffentlichen Dienst angelehnt sei. „Ich wüsste nicht, was wir als kommunaler Träger besser machen könnten als ein freier“, so Gräber. Im Amt seien vier von sechs Kitas in freien Händen, das sei „der Lauf der Zeit“.

Die Eltern wollen das nicht hinnehmen. Sie wollen, dass die gut funktionierende Gemeinschaft und Zusammenarbeit in der Kita mit der 50-jährigen Geschichte erhalten bleibt. Bereit zum Gespräch und Mithilfe sind sie in jedem Fall.

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