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Zeitung für die Landeshauptstadt

25. November 2017 | 03:27 Uhr

Dobin am See : Gemeinde löst ihre Heimatstube auf

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Dobin am See will das marode Gebäude in Buchholz verkaufen: Eigentümer von Leihgaben sollen ihre Exponate bis Ende März abholen

von
erstellt am 19.Jan.2015 | 23:55 Uhr

Die ehemalige Heimatstube in Buchholz wird aufgelöst. Die Gemeinde Dobin am See gibt die Einrichtung, in der Gegenstände des täglichen Lebens aus der Zeit um 1945 bis 1980 zu sehen waren, auf. Für die alten Haushaltsgeräte wie Waschzuber und Waschbrett, Wurstmaschine, aber auch Orden und Dokumente und Co. ist kein anderer Standort vorgesehen. Die Sammlung umfasst geschätzt tausende Exponate. Gezählt worden sind sie nicht.

Hintergrund ist, dass die Gemeinde das Gebäude verkaufen will. Die Bausubstanz ist mehr als schlecht. Die alte Heimatstube befindet sich in einem Flachbau, der einst als Schule diente, die um 1970 gebaut worden war. In den vergangenen Jahren wurden keine großen baulichen Veränderungen vorgenommen. Im Lauf der Zeit wurden die Wände feucht. Auch Schimmel hatte sich schon ausgebreitet. Zwar versuchte man, mit einfachsten Mitteln dieses Problem anzugehen: Der Gemeindearbeiter lüftete immer wieder mal. Aber der Erfolg hielt sich in Grenzen. Heizung und Strom waren schön länger abgeschaltet – aus Sicherheitsgründen. Wegen des schlechten baulichen Zustands musste vor einigen Jahren schon die Kita Buchholz ausziehen, sie fand eine neue Bleibe in Retgendorf.

Weil die Gemeinde keinen Eigenbedarf für den Flachbau hat und diesen auch nicht sanieren möchte, will sie ihn samt Grundstück jetzt verkaufen. Nach Aussagen von Bürgermeister Rüdiger Piehl gibt es derzeit drei Interessenten. Diese wollen sich die Gegebenheiten vor Ort aber noch genauer anschauen, bevor sie eine Entscheidung treffen.

Bevor das Gebäude verkauft werden kann, muss es leer geräumt werden. Bürgermeister Piehl: „In der ehemaligen Heimatstube gibt es noch wertvolle Exponate. Wir bitten daher Alteigentümer bzw. Künstler ihre Leihgaben bis Ende März abzuholen.“ Sie können sich beim Bürgermeister unter Telefon 0170-1886641 oder beim Mitarbeiter der Gemeinde, Eberhard Hübscher unter Telefon 0174-8852574 melden. Mitarbeiter des Amtes Crivitz sollen die Schriftstücke sichten, um wichtige Dokumente der Nachwelt zu erhalten. Diese ausgewählten Exponate sollen dann dem Archiv des Landkreises Ludwigslust-Parchim übergeben werden, so Piehl. Alle anderen Ausstellungsstücke werden eingepackt und in einer leeren Garagen in Retgendorf vorerst eingelagert werden. Was mit diesen Exponaten geschehen soll, wisse die Gemeinde noch nicht. Da gebe es noch Beratungsbedarf.

Schon in der Vergangenheit – noch vor dem Kommunalwahlen im Vorjahr – hatte die Gemeinde nach Varianten gesucht, wie mit den Ausstellungsstücken umzugehen ist. So gab es Überlegungen, sie in den alten Speicher nach Neu Schlagsdorf zu bringen, sie dort zu präsentieren. Auch das Rezeptionsgebäude des Zeltplatzes in Flessenow war im Gespräch. Letztlich sei es aber wohl zu keinen konkreten Ergebnissen gekommen, vermutet Rüdiger Piehl. Als neu gewählter Bürgermeister sah er nun aber dringenden Handlungsbedarf.

Die Heimatstube in Buchholz hatte zu Beginn der 1990er-Jahre der Schweriner Günter Koslowski im Auftrag der damaligen Gemeinde Rubow eingerichtet. Er war zu zuvor Leiter des Schweriner Schlossmuseums. Als Rentner setzte er sich mit viel Energie für diese Heimatstube ein und stellte die Schau zusammen. Schulklassen der Region oder Touristen schauten anfangs gern mal hinein. Dennoch hielt sich der Andrang in Grenzen. Und nachdem der Gründer der Heimatstube verstorben war, verlor sie zusehends an Bedeutung.

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