Dümmer : Gemeinde Dümmer gibt die Kita ab

Herzlich Willkommen heißt es weiterhin für die Kinder in der Kita „Seepferdchen“ in Dümmer,  nur der Hausherr wird ein anderer sein.
Herzlich Willkommen heißt es weiterhin für die Kinder in der Kita „Seepferdchen“ in Dümmer, nur der Hausherr wird ein anderer sein.

Mehrheit entscheidet sich für freie Trägerschaft / Eltern äußern Missmut

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30. November 2017, 08:00 Uhr

Nun ist es beschlossene Sache: Die Kindertagesstätte „Seepferdchen“ in Dümmer wird an einen freien Träger abgegeben. Dafür stimmten am Dienstagabend bei der Sitzung in Dümmer von elf Gemeindevertretern acht mit „Ja“ für die Abgabe aus der kommunalen Trägerschaft, drei sprachen sich dagegen aus.

„Die Argumente sind vielfältig“, so Bürgermeisterin Anke Gräber. Sie als Verantwortliche im Ehrenamt und Laie auf diesem Gebiet könne das kaum leisten. Außerdem ist die Kita über Jahre hinweg ein defizitärer Posten im Haushalt, im vergangenen Jahr waren es 66 000 Euro im Minus. Personal- aber auch Energiekosten schlagen zu Buche. Auch das solle mit einem freien Träger besser werden: Flexibilität beim Personal. Denn in diesem Jahr stand es mit diesem kurz vor dem Kollaps, da es einen Langzeit- und weitere kurzfristige Ausfälle gab. Insgesamt sind neun Erzieher, eine Vollzeitkraft und acht Teilzeitkräfte, eingestellt. Außerdem könne laut Gemeindevertretung ein freier Träger qualitativ besser helfen als ein kommunaler.

Frank Bierbrauer-Murken, Leitender Verwaltungsbeamter im Amt Stralendorf, war bei der Gemeindevertretung anwesend. „Ich habe in meiner Dienstzeit bisher viele Kitas von der kommunalen in eine freie Trägerschaft begleitet“, so der Verwaltungsbeamte. Das sei mittlerweile Usus. Im Amt Stralendorf sind derzeit von sieben Kitas zwei in kommunaler Hand: Dümmer und Holthusen. Und auch auf Kreis-Ebene zeige sich dieser Trend: Rund zwei Drittel der Einrichtungen werden von freien Trägern geführt.

Vehemente Einwände gegen das Vorhaben gab es von den Eltern. Sie wollen seit Bekanntwerden der Abgabe-Überlegungen, dass die Gemeinde für die Kita verantwortlich bleibt. Sie sammelten Unterschriften, verschickten E-Mails, machten Vorschläge. Doch die Argumente der Gemeindevertretung zählten mehr, denn letztlich ist es eine „Selbstverwaltungsangelegenheit“, wie Bierbrauer-Murken es ausdrückt.

Die Elternvertreter wissen das, „aber vonseiten der Gemeinde war es eine schlechte Zusammenarbeit mit uns“, prangert Elternratsvorsitzende Jenny Schmidt das Verhalten der Gemeindevertreter an.

Nach dem Grundsatzbeschluss werden nun die Träger, die in der Auswahl stehen, geprüft. An diesem Prozess sollen die Elternvertreter der Kita beteiligt werden. „Das können wir nur hoffen“, sagt Jenny Schmidt. Zur Auswahl stehen: Johanniter, Volkssolidarität, Diakonie und Arbeiterwohlfahrt. Eine Entscheidung wird im nächsten Jahr fallen.

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