Bundesgartenschau Schwerin : Geldnot dämpft Buga-Euphorie

Millionen Besucher bewunderten 2009 auf der ersten Schweriner Buga die Blütenpracht.
Millionen Besucher bewunderten 2009 auf der ersten Schweriner Buga die Blütenpracht.

Kommunalpolitiker begrüßen Zuschlag für 2025, hoffen auf Unterstützung vom Land und werben für Bürgerentscheid im September

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09. Dezember 2016, 20:00 Uhr

Nach dem Zuschlag der Deutschen Gartenschau-Gesellschaft könnte Schwerin im Jahr 2025 eine zweite Buga durchführen. Die Freude in der Stadtpolitik und bei vielen Bürgern ist groß. Doch die Euphorie wird gebremst, da eine gigantische Summe von fast 80 Millionen Euro benötigt wird. Schwerin wird diese Summe allein nicht aufbringen können.

Die Hoffnung, dass das Land hilft, will Innenminister Lorenz Caffier als Chef der Kommunalaufsicht nicht nähren: „Es wird keine Fördermittel geben“, sagt der Minister auf SVZ-Anfrage. Eine Millionenförderung für die Landeshauptstadt, die bereits Unterstützung beim Abbau der desolaten Finanzlage erhalte, sei gegenüber anderen Städten und Landkreisen in MV nicht zu rechtfertigen.

Auch Finanzminister Mathias Brodkorb sagt, er könne  sich nur schwer vorstellen, dass eine Neuauflage der Bundesgartenschau angesichts der massiven Schulden und des erheblichen Investitionsstaus, zum Beispiel bei den Schulen, tatsächlich geschultert werden könne.

Andererseits: Bereits zur Buga 2009 hatte die Stadt einen Teil des Geldes, das sie Jahr für Jahr vom Land bekommt, angespart. Dieses Modell könnte wieder angewandt werden.  Klar machten aber auch beispielsweise die Unabhängigen Bürger, dass bis zum Bürgerentscheid über die Durchführung einer Buga im September die Verwaltung klar auflisten müsse, welche Vorhaben zurückgestellt werden müssen, wenn in eine zweite Gartenschau investiert werde.

Damit nicht im Vorfeld schon Geld ausgegeben werde, möchte ASK-Stadtvertreter Ralph Martini per Eilantrag am Montag auf der Stadtvertretung einen entsprechenden Verbotsbeschluss erreichen. „Wir wollen so die Verwaltung dazu anzuhalten, Investitionen erst dann anzuschieben, wenn der Bürgerentscheid grünes Licht gegeben hat.“

 „Die Buga-Entscheidung spricht für Schwerin. Die Finanzierung ist allerdings völlig offen und darf nicht zu Lasten von Schulen und Kitas gehen“, betont der SPD-Fraktionsvorsitzende Christian Masch. Ähnlich sieht es auch Linke-Fraktionschef Henning Foerster. „Die Linke hat sich für eine zweite Buga in unserer Stadt eingesetzt. Dementsprechend groß ist die Freude in unserer Fraktion. Jetzt kommt es darauf an, die  guten inhaltlichen Ansätze finanziell zu untermauern. Dazu sind Gespräche mit dem Land nötig. Bis zum Bürgerentscheid  muss ein belastbares Konzept auf dem Tisch liegen, damit die Bürger  auch wissen, wofür sie ihre Stimme abgeben sollen.“

Ähnlich klingt es bei der CDU: „Wir freuen uns über den Zuschlag. Damit haben wir das erste Etappenziel erreicht. Nun müssen wir mit dem Land über die Finanzierung verhandeln. Dabei werden wir als CDU unsere guten Verbindungen zur Landesregierung einbringen. Der nächste Schritt ist dann der Bürgerentscheid. Wir haben jetzt ein gutes Zwischenergebnis“, sagt Fraktionschef Sebastian Ehlers.

„Es ist schön, dass Schwerin den Zuschlag erhalten hat. Wir als Unabhängige Bürger sind für eine neue Buga. Eine Gartenschau ist gut für Schwerin, das hat sich 2009 gezeigt. Allerdings muss die Finanzierung stehen“, sagt Stadtvertreter Manfred Strauß.

Gänzlich dagegen sind die Grünen. Fraktionschefin Cornelia Nagel sagte: „Eine weitere Bundesgartenschau kann sich  Schwerin  nicht leisten, und ob es Fördermittel vom Land gibt, ist fraglich. Aus unserer Sicht sind zwei Großprojekte wie die Weltkulturerbe-Bewerbung und die Bundesgartenschau nebeneinander nicht machbar.“

Und was sagt OB Rico Badenschier? „Aufgrund der klaren Absage des Landes muss sich auch die Stadtvertretung zur Buga-Bewertung neu verhalten.“

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