Geldautomat in Pinnow gesprengt

Mit diesem Gullydeckel wurde die Scheibe der Eingangstür zertrümmert.
1 von 3
Mit diesem Gullydeckel wurde die Scheibe der Eingangstür zertrümmert.

von
30. September 2011, 06:44 Uhr

Pinnow | Die Serie von Angriffen auf Geld automaten in Mecklenburg reißt nicht ab. In der Nacht zu gestern haben Unbekannte versucht, einen Automaten in Pinnow aufzusprengen, ohne Erfolg.

Es war gegen halb drei, als ein Anwohner in der Nähe des Pinnower Einkaufsmarktes zwei Mal kurz hintereinander einen lauten Knall hörte. Dann sah er einen dunklen Transporter mit Anhänger wegfahren. Die herbeigerufene Polizei eilte mit elf Streifenwagen und einem Fährtenhund nach Pinnow, der oder die Täter konnten aber unerkannt entkommen.

Offenbar aus Angst vor Überwachungskameras hatte man Teile des Geldautomaten mit schwarzer Farbe besprüht, die Eingangstür zum Automatenraum mit einem Gullydeckel eingeworfen. Wie genau der Automat gesprengt werden sollte, weiß die Polizei noch nicht. In anderen Fällen benutzten die Täter eine Mischung aus Sauerstoff und Schweißgas. Eine gefährliche Kombination, die manchmal zum Erfolg führt, manchmal aber auch ein ganzes Gebäude zerstören kann, wie vergangenes Jahr im Mai in Malliß. In Pinnow war die Explosionskraft nicht ausreichend: Die Tür zum Fach mit den Geldkassetten öffnete sich durch die Detonation zwar einen Spalt, verkantete aber, so dass die Täter ohne Beute fliehen mussten.

Viele Pinnower reagierten schockiert auf das Geschehen, konnten nicht verstehen, mit welcher Dreistigkeit mitten in einem Wohngebiet vorgegangen wurde. Der Chef des Lebensmittelmarktes, Daniel Wandschneider, war froh, dass nur der Vorraum beschädigt wurde und nicht der Markt selbst. "Schade ist nur, dass es jetzt wohl eine Zeit lang keinen Automaten hier geben wird. Unsere Kunden waren heilfroh, dass sie nach dem Weggang der Sparkasse hier wieder Geld holen konnten", so Wandschneider. Doch allzu lange müssen die Pinnower wohl nicht warten: Die Raiffeisenbank Büchen-Crivitz-Hagenow-Plate kündigte bereits an, den Geldautomaten wieder zu ersetzen. "Wir wollen auch in Zukunft in der Fläche präsent, nah bei unseren Kunden sein", betont Klaus Hinsch vom Vorstand. Er zeigte sich sehr erleichtert, dass in Pinnow keine Menschen verletzt wurden und auch, dass die Täter ohne Geld abziehen mussten. Dennoch ist der Schaden groß. Hinsch beziffert ihn auf 30 000 Euro.

Unterdessen bittet die Polizei die Bevölkerung nicht nur in Pinnow um Hilfe. Zum einen wird immer noch nach dem dunklen Transporter samt Anhänger gesucht, der in der Nacht gesehen wurde. Zum anderen ist auch der benutzte Gullydeckel auffällig. "Er stammt offenbar nicht aus der näheren Umgebung des Einkaufsmarktes und muss woanders entwendet worden sein", sagte ein Ermittler am Tatort. Wer das Fehlen eines solchen Regeneinlaufdeckels bemerkt hat, soll sich bei der Polizei melden. Zuständig ist das Revier in Sternberg, Telefon 03847 - 43270.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen