zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

11. Dezember 2017 | 11:04 Uhr

Schwerin : Geisterdebatte um Ampelfigur?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Stadt will Ausnahmegenehmigung für das Petermännchen beantragen. Ministerium verweist schon jetzt auf rechtliche Bedenken

von
erstellt am 08.Aug.2017 | 20:45 Uhr

Mitte des Monats soll der Antrag nun an das zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr gehen, wird sich entscheiden, ob Schwerins Jahrhunderte altem Schlossgeist noch eine Karriere als Teil einer modernen Lichtsignalanlage bevorsteht. Das Petermännchen als Ampelfigur – die Stadtpolitiker sind von dieser Idee so begeistert, dass sie Oberbürgermeister Rico Badenschier im März einstimmig beauftragten, zu prüfen, „ob und zu welchen Bedingungen in den Fußgängerampeln direkt vor dem Schloss und in allen Fußgängerampeln in Sichtweite des Schweriner Schlosses das Ampelmännchen durch eine Petermännchen-Figur ausgetauscht werden kann“.

Im Juni teilte die Verwaltung den Stadtvertretern mit, dass die Richtlinien für Lichtsignalanlagen „nur das Sinnbild eines schreitenden bzw. stehenden Fußgängers und die gemäß Einigungsvertrag zugelassenen ,Ampelmännchen‘“ vorsehen würden. Es sei daher eine Ausnahmegenehmigung erforderlich. Ein entsprechender Antrag beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr werde vorbereitet, hieß es. Benötigte technische Unterlagen lägen aber bereits vor.

Gefeilt haben die Verkehrsexperten im Stadthaus aber offenbar noch bis in diesen Monat hinein an dem Antrag. „Es mussten zusätzliche Abstimmungen zur erforderlichen Beschaffung, Finanzierung und zum Austausch des Steuergerätes durchgeführt werden“, sagt Fachdienstleiter Bernd-Rolf Smerdka. Auch Art und Umfang der Signalisierung hätten vereinbart werden müssen, zum Beispiel, ob das Vorsignal für die Linksabbieger am Schloss in Richtung Werderstraße beibehalten werde oder wegfallen solle.

Ins Rollen gebracht hat die Diskussion über das Ampelmännchen übrigens ein SVZ-Artikel. Anfang Januar berichtete unsere Zeitung, dass die Mainzelmännchen in der ZDF-Hochburg Mainz schon eine eigene Ampel hätten und bald auch andere Städte in Rheinland-Pfalz erobern könnten. Warum also nicht auch das Petermännchen als Ampelsymbol in Schwerin? Die Aktion Stadt und Kulturschutz griff die Idee auf, formulierte einen Antrag für die Stadtvertretung. Die Schlossgeist-Silhouette in der Ampel vor dem Schloss sei „nicht nur eine niedliche Kleinigkeit für die Touristen“, sondern zeige „auch ein wenig Verbundenheit mit Schwerins bekanntester Sagengestalt“, so die Begründung. Beschlossen wurde schließlich ein weitergehender Antrag der CDU-Fraktion.

Im Laufe des Septembers rechnet Fachdienstleiter Smerdka mit der Stellungnahme des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr. Allzu große Hoffnungen auf die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung macht Karen Reinschmidt-Schilling, im Verkehrsministerium für Öffentlichkeitsarbeit zuständig, den Schwerinern aber nicht. Zwar hätten einige Bundesländer in der Vergangenheit solche Genehmigungen erteilt, doch gäbe es für die Einführung anderer Sinnbilder auf der Ampel keine Rechtsgrundlage. So sei auch im Bund-Länder-Fachausschuss zur Straßenverkehrsordnung zuletzt darüber gesprochen worden, dass es sich bei derartigen Regelungen um unzulässige Abweichungen handele. Das Land Mecklenburg-Vorpommern werde sich an diese bundesrechtlichen Vorgaben halten müssen, so Reinschmidt-Schilling. Aber noch liege der Antrag von der Stadt Schwerin ja nicht vor.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen