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Unterricht in Dümmer : Geigentöne und Jagdgeschichten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Grundschüler aus Rastow lernen im Jugendwaldheim Dümmer Melodien der heimischen Vögel und reden über Aufgaben der Waidmänner

von
erstellt am 08.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Sanft streicht Hans-Heinrich Paetow dem kleinen präparierten Fuchswelpen über das Fell. Er erklärt, dass es Abschusszeiten gibt und wann man beispielsweise einen Fuchs schießen darf. Gekonnt baut der pensionierte Pädagoge immer wieder Fragen in seine Erklärungen ein: „Und die Mutter des kleinen Fuchses, die… wie heißt sie noch gleich?“ Der ehrenamtliche Jagdbrauchtums-Lehrer muss keine großen fragenden Augen auf die Rastower Grundschüler richten. „Fähe!“, schallt es ihm entgegen. Denn die Drittklässler lauschen nicht nur andächtig, wenn der Waidmann von der Aufgabe der Jäger und ihrer Bedeutung für den Wald spricht. Sie speichern auch ab. Es gibt nicht eine Zwischenfrage, die die Mädchen und Jungen dem 88-Jährigen schuldig bleiben. Selbst auf die Frage nach dem sogenannten Mörderbock haben sie eine Antwort parat.

Nach dem zweistündigen Unterricht wissen sie nicht nur, dass Löffel und Teller in der Jägersprache eine andere Bedeutung haben als in Mutters Küche. „Teller sind die Ohren des Schwarzwilds. Löffel die des Hasen“, sagt die neunjährige Pia. Sie und ihre Mitschüler haben auch verstanden, warum es Jäger gibt: „Sie schützen den Wald. Sie sorgen dafür, dass kranke Tiere nicht leiden und sortieren die schwachen aus“, sagt Jasmin. Allein beim Erzählen blieb es an diesem Tag nicht: Es wurde auch gesungen.

Paetow hatte nämlich seine Geige dabei. So schallte zum Abschluss „Alle Vögel sind schon da“ über den Hof. In der Pause versuchten die Kinder, ihr Wissen gleich anzuwenden und zwitscherten mit den Vögeln um die Wette. Denn wie man einen Buchfink oder eine Singdrossel lockt, auch das haben sie bei Hans-Heinrich Paetow an diesem Vormittag gelernt. „Es macht mir immer sehr viel Spaß, den Kindern von der Jagd zu erzählen“, erklärt der Dreilützower. Er betont aber, dass er das nur mache, weil die Zusammenarbeit mit dem Team des Jugendwaldheims so exzellent klappt.

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