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Zeitung für die Landeshauptstadt

13. Dezember 2017 | 16:14 Uhr

Zoff in Schwerin : Gehweg-Streit am Stadtrand

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In Krebsförden soll ein Rad- und Fußweg verlegt werden, weil Anwohner sich belästigt fühlen – dagegen regt sich Widerstand

von
erstellt am 21.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Im Stadtteil Krebsförden gibt es Streit um einen Rad- und Gehweg. Der sollte im Zusammenhang mit der Bebauung der Sonnenwiese entstehen. Doch Anwohner der Dorfstraße liefen dagegen Sturm. Denn dieser Weg wäre direkt hinter dem Zaun ihrer Hausgärten verlaufen, auf von ihnen von der Stadt gepachtetem Land. Wegen der Proteste hat die Stadtverwaltung eine so genannte Befreiung vom Bebauungsplan erlassen. Das heißt: Der Weg muss nicht am Rand der Sonnenwiese gebaut werden, sondern kann an anderer Stelle gebaut werden. Der Bauausschuss hat dem zugestimmt, ebenso ein Mitglied des Ortsbeirates – allerdings ohne das der sich mit dem Thema befasst hat.

Der B-Plan ist schon vor Jahren in Kraft gesetzt worden. 2012 begann die Erschließung der Sonnenwiese. Die Fläche im Herzen Krebsfördens ist inzwischen bebaut. Zum Schluss sollte nun der Weg entstehen, der eine Verbindung von der Dorfstraße in Richtung Sieben Seen Center schaffen würde. Das Geld dafür ist da, versichert der Erschließungsträger.

Doch „Alt-Anwohner“ wandten sich über einen Rechtsanwalt, der schon häufig für die Stadt gearbeitet hat, an das Bauordnungsamt. Sie wollten nicht hinnehmen, dass Spaziergänger in ihre Gärten schauen können. Und die Stadtverwaltung beugte sich. Sie will des Fußweg in Richtung Norden verlegen und hält das für „städtebaulich vertretbar“. „Die Verlegung des Rad- und Fußweges beeinträchtigt ... auch nicht die Verkehrssicherheit“, heißt es aus der Bauverwaltung. Hier setzen die Kritiker das erste Mal an. Denn um den um etwa 50 Meter verlegten Weg zu erreichen, müssen Fußgänger ein ganzes Stück auf der Dorfstraße laufen. Die aber hat in diesem Bereich keinen Bürgersteig. „Das ist gerade für Kinder gefährlich“, sagt Friedrich-Karl Curschmann. Der Krebsfördener Architekt wohnt an der Dorfstraße, hat die Situation täglich vor Augen. Der geplante Weg würde auf der einen Seite seines Grundstücks verlaufen, der neue Weg auf der anderen. „Es hat hier an der Ecke schon den einen oder anderen Autounfall gegeben. Da müssen nicht auch noch Fußgänger laufen.“

Curschmann weist auch noch auf einen anderen Aspekt hin. „In den Kommentaren zum Baugesetzbuch heißt es, dass die Änderung von Verkehrsverbindungen nicht einfach durch eine Befreiung durch die Verwaltung anders gestaltet werden können.“ Für den Architekten ist der Rad- und Fußweg eine Verkehrsverbindung und dessen Verlegung müsste deshalb in die Stadtvertretung. Das sieht die Verwaltung anders. „Ob Wege auf die Grünflächen führen oder hindurch ist kein Grundzug der Planung.“ Das Bauordnungsamt dürfe aus dieser Sicht allein handeln.

Die Stadt hat inzwischen Fakten geschaffen. Das Pachtland ist an die Anlieger verkauft worden – für 30 000 Euro. Das Geld reicht zusammen mit den Mitteln des Erschließungsträgers für einen Weg an anderer Stelle, so die Verwaltung.

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