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Verwaltung blockt ab : Geht der Stern der Vereine unter?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schwerins Verwaltungsspitze blockiert die Umsetzung des Beschlusses. Die Organisatoren vom Verein „Die Platte lebt“ fürchten das Aus

Die Idee hatte die Stadtvertreter überzeugt: Auf einer Brachfläche zwischen Hegel- und Kantstraße im südlichen Teil des Mueßer Holzes soll aus Abrissbeton aus ehemaligen Plattenbauten ein Stern entstehen. Er soll Auftakt für den Plattenpark werden. Hinter der Idee verbirgt sich ein einzigartiger Erlebnispark mit Platten-Labyrinth, Ökopyramide, dem Stern und anderen Elementen mitten im Mueßer Holz, zwischen Beton und Wald. Gebaut werden soll in erster Linie mit Material, das durch den Abriss freigesetzt wurde. Ziel ist es, einen Erlebnisbereich zu schaffen, der Information, Spiel, Aktion, Spannung und Unterhaltung für die ganze Familie verbindet. Und mit dem Stern sollte es eigentlich längst losgehen.

Laut der von der Politik beschlossenen Planung sollten bereits im Herbst vergangenen Jahren acht Vereine in einem Kunstprojekt gemeinsam mit einem Künstler aus der Region den Stern mit Graffiti verzieren. Die Idee: Die Rückseiten werden Jugendlichen zur Verfügung gestellt. Sie können immer wieder neu gestaltet werden, so dass das Bild ständig wechseln wird.

Doch nun fürchten die Organisatoren vom Verein „Die Platte lebt“, dass das Vorhaben scheitert. Vereinsvorsitzende Hanne Luhdo: „Wir wurden vom Liegenschaftsamt am 17. März per E-Mail und am 15. April in einem persönlichen Gespräch darüber informiert, dass der Stern nicht auf der geplanten Fläche errichtet werden kann, da diese für andere Zwecke reserviert ist. Wofür könne, wolle, dürfe man uns nicht sagen. Uns wurde im Ausgleich, in Abstimmung mit dem Amt für Stadtentwicklung, eine benachbarte Fläche angeboten.“ Die Plattenpark-Initiatoren hätten dem Liegenschaftsamt und dem Amt für Stadtplanung deutlich gemacht, dass „wir schon wissen müssen, was stattdessen auf der benachbarten Fläche vorgesehen ist“. Es gehe ja nicht nur um den Vereinsstern als Teilprojekt, dieser sollte die Initialzündung für das Projekt Plattenpark sein. „Da es aber in jüngster Zeit mehrfach widersprüchliche Signale aus dem Stadthaus zur Nutzung der Fläche zwischen Kant- und Hegelstraße gab, benötigen wir eine klare Aussage zur weiteren Planung. Momentan erhalten wir keine Auskunft darüber, wofür die Fläche vorgesehen ist, und auch nicht darüber, ob der Plattenpark überhaupt noch eine Chance hat“, so Hanne Luhdo gegenüber SVZ.

Auch auf Anfrage unserer Redaktion hält sich die Stadtspitze mehr als bedeckt: „Für den Plattenstern ist das Grundstück mit der Flurbezeichnung 451 angeboten worden. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe der Flurstücke 390 und 391, verfügt über eine ausreichende Fläche und ist von der Hamburger Allee gut einsehbar. Es ist aus Sicht der Verwaltung für die Errichtung des ,Sterns der Vereine‘ gut geeignet. Für die von Ihnen angesprochenen Flurstücke 390 und 391 wird derzeitig eine andere Nutzung geprüft.“

Der Verein „Die Platte lebt“ macht deutlich: „Unter diesen Umständen werden wir das Projekt ,Graffitistern der Vereine‘ nicht beginnen. Es scheint so, als würde die Idee vom Plattenpark mit dem Graffitistern so weit auf die lange Bank geschoben, bis sie hinten runterfällt. Wir reden seit 2009 darüber“, erklärt die Vereinsvorsitzende. „Das finden wir schade, denn eigentlich sollte eine Attraktivität entstehen, die den Stadtteil aufwertet, das Image verbessert und auch für die Stadt ein Gewinn ist. Das Handlungskonzept ,Soziale Stadt‘ scheint nur ein Stück Papier zu bleiben.“


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erstellt am 13.Jun.2014 | 08:00 Uhr

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