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Kontrahenten nähern sich an : „Geheimtreffen“ in Sachen Lewitz-Eichen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bevor die Dammsanierung an der Stör beginnt, sollen Sachverständige die Lewitz-Eichen in Augenschein nehmen – ein Kompromiss im Dauerstreit.

svz.de von
erstellt am 16.Jan.2014 | 21:08 Uhr

Es hatte das Flair des Konspirativen. Quasi heimlich trafen sich Interessenträger, die die so genannten „Lewitz-Eichen“ im Blick haben. Eingeladen hatte das Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg nach Grabow. Was am Ende herauskam, war weniger spektakulär, wohl aber konstruktiv. Jedenfalls nach Einschätzung dreier Teilnehmer. Katharina Brückmann vom Umweltschutzverband BUND aus Schwerin zeigte sich beeindruckt von dem offenen und freundlichen Gespräch. „Ich war überrascht, war die Atmosphäre beim letzten Gespräch, als es um den Planfeststellungsbeschluss ging, doch noch wesentlich anders“, erinnert sie sich. Damals hatten die Umweltschützer sogar die Gesprächsrunde verlassen.

Nun also sind andere Töne zu hören. Die BUND-Aktivistin lobt die Gesprächskultur, die mit dem Namen Bettina Kalytta, der Leiterin des Wasser- und Schifffahrtsamtes Lauenburg, verbunden ist. Offenheit und Transparenz sollen jetzt zu einem Interessenausgleich führen. So gesehen, sei dies ein gutes Vorgespräch gewesen, so Brückmann. So soll eine entsprechende Arbeitsgruppe ins Leben gerufen werden. Externer Baumsachverstand, der vor der Dammsanierung an Müritz-Elde-Wasserstraße und Störkanal in die Beurteilung der zu fällenden Bäume einbezogen wird, ist nun offenbar kein Tabu mehr. Von den Verbänden wird das als sehr positiv eingeschätzt.

Im April wolle man wieder zusammenkommen, so die Vertreterin des BUND. Sie hofft, dass dann bereits Baumgutachter ausgewählt sind. Weiter geht es um die Auslotung von technischen Möglichkeiten, die genutzt werden können, die Bäume auf dem Damm zu schützen, wenn er verbreitert und damit der Boden weiter verdichtet wird. „Für die Bäume bedeutet das eine wesentliche Veränderung ihrer Standortbedingungen“, sagt Brückmann. Auch wenn Bäume später, lange nach Beendigung der Maßnahmen, gefällt werden müssen, wollen die Umweltschützer eine Einzelfallbegutachtung statt des pauschalen Drauflos-Sägens. Offenbar ist auch das kein Tabu mehr.

Im Fokus sind auch bereits die geplanten Ausgleichsmaßnahmen für die zu fällenden Bäume. Die Umweltschützer wollen beteiligt werden, denn dies seien sehr gute, aber eben auch große Maßnahmen“, so Katharina Brückmann.

Zufrieden mit dem Gespräch in Grabow zeigte sich auch Ingrid-Helene Vetter, Vorsitzende des Lewitznetzwerkes. „Wir haben gemeinsam viel erreicht, den Konsens erzielt“, schätzt sie ein.

Und auch Bettina Kalytta reiht sich ein in die Zahl derer, die das Zusammentreffen als positiv bewerten. Was den Baumgutachter betrifft, äußert sich Kalytta noch zurückhaltend. „Es kann sein, dass wir im Rahmen der Ausführungsplanung noch dieses oder jenes Baumgutachten benötigen“, sagte sie auf Nachfrage. „Im Übrigen ist es unser gemeinsames Ziel, im Gespräch zu bleiben. Deshalb haben wir auch Informationswege besprochen“, so die Leiterin des Wasser- und Schifffahrtsamtes Lauenburg. Nach ihren Worten bleibt es dabei: Die Sanierungsarbeiten an den Dämmen der Müritz-Elde-Wasserstraße und am Störkanal werden nicht vor Herbst 2014 beginnen. Laut Planfeststellungsbeschluss sollen im Zuge der Dammsanierung in der Lewitz 178 Bäume, darunter 130 Eichen an der Stör, gefällt werden (SVZ berichtete). Die Naturschützer sind der Meinung, dass mehr Bäume als jetzt geplant stehen bleiben können. Deshalb die Forderung nach dem neutralen Baumgutachter.

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