Tag des Wassers in Schwerin : Gefräßige Bakterien reinigen Abwasser

<strong>Blick in das Belebungsbecken:</strong> WAG-Mitarbeiter Mirko Jasper (l.) zeigt den Besuchern, wie dem Abwasser mit Hilfe von Sauerstoff die Stickstoffverbindungen entzogen wird. <foto>Mili</foto>
Blick in das Belebungsbecken: WAG-Mitarbeiter Mirko Jasper (l.) zeigt den Besuchern, wie dem Abwasser mit Hilfe von Sauerstoff die Stickstoffverbindungen entzogen wird. Mili

Händewaschen, Duschen, der Gang zur Toilette: Im Laufe des Tages produzieren wirtausende Kubikmeter Abwasser. Wie daraus wieder sauberes Wasser wird, haben sich Besucher in der Kläranlage in Schwerin Süd angeschaut.

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24. März 2013, 07:06 Uhr

Wüstmark | Händewaschen, Duschen, der Gang zur Toilette: Im Laufe des Tages produzieren die Schweriner tausende Kubikmeter Abwasser. Wie daraus wieder sauberes Wasser wird, haben sich Besucher in der Kläranlage in Süd angeschaut. Sie nutzten den Tag der offenen Tür am Sonnabend, zu dem die Wasserversorgung- und Abwasserentsorgungsgesellschaft (WAG) am Tag des Wassers eingeladen hatte. Unter den Gästen waren auch Annette und Udo Lübken aus Neumühle, die gern ein Blick hinter die Kulissen der 1974 in Betrieb genommenen und 1991 um- und ausgebauten Anlage wagten. "Man muss sich ja mal informieren", sagte Annette Lübken.

Das Schmutz- und Regenwasser der Stadt sowie aus Teilen des Umlandes landen in Süd. An einem trockenen Tag knapp 20 000 Kubikmeter. Hier gelangt das stark verunreinigte Wassergemisch zunächst in den Rechen. Alles was größer als drei Millimeter ist, wird ausgesiebt. "Wir finden auch mal Ketten und Ringe. Aber reich wird man damit nicht", berichtet Mirko Jasper, stellvertretender Meister der Kläranlage. Im Anschluss fließt das Wasser mit rund 30 Zentimetern pro Sekunde in den Sandfang, wo sich die Gesteinskörnchen absetzen und abgesaugt werden. Die Schwebstoffe im Wasser sinken im anschließenden Vorklärbecken zu Boden und bilden eine Schlammschicht. Auch diese wird abgesaugt und später weiterverarbeitet. Nach dieser mechanischen folgt die biologische Reinigung. Im so genannten Bio-P-Becken werden dem Abwasser gefräßige Bakterien zugefügt. Ihre Lieblingsspeise: Phosphatverbindungen. Beim großen Fressen entstehen übel riechende Gase. Damit es nicht zu einer Geruchsbelästigung kommt, werden die Gase nur gefiltert an die Umgebung freigegeben, erklärt WAG-Mitarbieter Jasper.

Im nächsten Schritt kommt Bewegung in die Sache. Im Belebungsbecken wird das Wasser durchgewühlt. Dabei wird es mit Sauerstoff angereichert, wodurch Kohlen- und Stickstoffverbindungen abgebaut werden. In der letzten Reinigungsstation, dem Nachklärbecken, kann sich Restschlamm absetzen, so dass das Wasser aufklart. Den Schlamm nutzt die WAG, um Gas zu gewinnen, das im eigenen Heizkraftwerk Verwendung findet. Den getrockneten Schlamm holen sich die Bauern ab, um ihn als Dünger auf ihre Felder zu bringen. Insgesamt benötigt das Abwasser nur einen Tag, um alle Reinigungsprozesse zu durchlaufen, bevor es dann über Rohre und Gräben in die Sude abfließt.

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