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Stensen-Schüler nutzen Karl-Liebknecht-Platz als Schulhof : Gefährliche Pause in der Feldstadt?

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Schüler auf der Straße, Schülerlotsen und Lehrkräfte im Dauereinsatz - die Feldstadt hat sich verändert. Seit zwei Wochen wird der Karl-Liebknecht-Platz als Schulhof für die erweiterte Niels-Stensen-Schule genutzt.

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erstellt am 17.Aug.2012 | 09:57 Uhr

Feldstadt | Schüler auf der Straße, Schülerlotsen und Lehrkräfte im Dauereinsatz, mitten drin Autofahrer, die schleichen und anhalten müssen - die Feldstadt hat sich verändert. Seit knapp zwei Wochen wird der frisch sanierte Karl-Liebknecht-Platz als Schulhof für die erweiterte Niels-Stensen-Schule genutzt. Diese ungewöhnliche Regelung ist zwar schon seit Langem vorbereitet, in verschiedenen Gremien behandelt worden und mit neuen Verkehrsregelungen untersetzt - trotzdem schlagen einige Eltern Alarm. Vor allem dem Baudezernenten Dr. Wolfram Friedersdorff werfen sie vor, die Gesundheit ihrer Kinder aufs Spiel zu setzen, indem er sie über eine befahrene Straße zum Pausenhof gehen lässt. Sie fordern die Sperrung der Schäferstraße während der Schulzeiten. Wie gefährlich ist die Lage am Liebknecht-Platz?

"Es ist anstrengend, aber machbar", kommentiert Thorsten Bennemann die Situation auf dem neuen "Hof". Er ist nicht nur Lehrer an der erweiterten Niels-Stensen-Schule, sondern auch stellvertretender Schulleiter - und er hat manchmal Pausenaufsicht. "Die Lehrer müssen früh unten sein, es gibt aber auch viele Schülerlotsen. Ansonsten müssen wir uns darauf verlassen können, dass sich die Schüler an unsere Vorschriften halten. Das ist ja auf Ausflügen oder Klassenfahrten ganz genauso." Zudem nutzen bei Weitem nicht alle Stensen-Schüler den Liebknecht-Platz in der Pause. Das System ist weitaus ausgeklügelter: Die Grundschule hat ohnehin ihren angestammten Pausenhof vor der Turnhalle. Die 5. und 6. Klassen bleiben auf dem Innengelände nahe beim Neubau, die 7. und 8. Klassen gehen auf den Liebknecht-Platz, das seien etwa 150 Schüler. Für die Pausen der 9. Klasse ist der Platz direkt vor dem sanierten Altbau reserviert - dort, wo vor wenigen Wochen eine Weltkriegsbombe entschärft wurde. Die 10. und 11. Klassen dürfen in den Pausen im Gebäude bleiben. Insgesamt besuchen derzeit etwa 380 Schüler den weiterführenden Zweig der Schule, so Bennemann. "Wesentlich mehr werden es auch in Zukunft nicht", ergänzt er. "Die Situation wird sich also nicht verschärfen." Die Feldstädter würden sich bestimmt bald an den neuen Zustand gewöhnen, die meisten Anwohner würden schon jetzt aufmerksam am Schulhof vorbeifahren. Und: "Seitdem Parken in der Feldstadt etwas kostet, ist viel Durchgangsverkehr hier raus."

Auch Schulleiter Dr. Jürgen Fiedler ist optimistisch. "Die Lage dieses Campus’ ist zugegebenermaßen ungewöhnlich, aber ich finde, dass wir das leisten können", sagt er und verweist auf die umfangreiche Hausordnung. "Bei unserer Einweihung und auf zahlreichen Elternabenden werden wir die Eltern umfassend informieren." Die Sorgen einzelner Familien um die Gesundheit ihrer Kinder teilt er indes nicht.

Baudezernent Dr. Wolfram Frieders dorff vertritt eine ähnliche Position: "Mitarbeiter der Verkehrsbehörde mit langjähriger Erfahrung haben diese Regelung empfohlen, die wir jetzt umgesetzt haben. Sie entspricht genau den Gegebenheiten vor Ort. Natürlich werden wir die Lage weiter beobachten und auch wieder Verkehrszählungen machen. Ich bin sicher, dass sich die ersten Aufgeregtheiten, die es heute noch gibt, bald legen werden." Eine Aufpflasterung der Straße, eine Sperrung oder sogar eine Ampel hält er momentan nicht für nötig.

  • Offizieller Start:

Die Bernostiftung übergibt nach einem Jahr Bauzeit den neuen Schulkomplex ihrer Niels-Stensen-Schule. Der Hamburger Erzbischof Dr. Werner Thissen wird heute um 13 Uhr die Klassenräume und die Turnhalle segnen. Die frühere Berufsschule in der Feldstadt wurde von Grund auf saniert. Für Fachunterrichtsräume und Schulkantine entstand ein neues Gebäude. Die Bernostiftung hat als Schulträger gemeinsam mit dem Erzbistum Hamburg für die Bauarbeiten und Einrichtung rund zehn Millionen Euro investiert. Zum Festakt werden neben Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow auch Stadtpräsident Stephan Nolte und der Generalsekretär der Kultusministerkonferenz, Udo Michallik, erwartet.
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