Spezialisten bergen Weltkriegs-Munition : Gefährliche Kriegsreste an der B 321

Auf Munitionssuche müssen auch  die Experten immer zu zweit gehen: Andreas Grundwald sucht mit dem Metalldetektor die Trasse ab. Wenn der anschlägt, trägt Burkhard P aetzel vorsichtig die Erde an der Fundstelle ab.Werner Mett
Auf Munitionssuche müssen auch die Experten immer zu zweit gehen: Andreas Grundwald sucht mit dem Metalldetektor die Trasse ab. Wenn der anschlägt, trägt Burkhard P aetzel vorsichtig die Erde an der Fundstelle ab.Werner Mett

Was vor 68 Jahren im Wald landete, kommt jetzt wieder ans Tageslicht: An der B 321 soll ein Radweg entstehen. Bevor es losgeht, muss Munition aus dem Zweiten Weltkrieg beseitigt werden.

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08. Mai 2013, 11:10 Uhr

Pinnow | Was in Maitagen vor 75 Jahren im Wald landete, kommt jetzt wieder ans Tageslicht: Munition und Waffenreste aus deutschen Beständen. Spezialisten der Ludwigsfelder Firma GRV suchen derzeit einen etwa drei Kilometer langen Abschnitt neben der B 321 bei Pinnow systematisch ab. Der Grund: Hier soll einmal der Radweg von Schwerin nach Crivitz gebaut werden. Doch da dieses Gebiet als munitionsverseucht gilt, mussten sich Mitarbeiter des Landesamtes hier umschauen. Und schon auf den ersten Blick entdeckten die Fachleute jede Menge gefährliche Weltkriegs-Überreste, die nun geborgen und beseitigt werden müssen.

"Was hier gefunden wurde, ist deutlich mehr als erwartet", zieht Sprengmeister Burkhard Pohl vom Munitionsbergungsdienst eine erste Bilanz. Zwei Wochen sind die Trupps der beauftragten Spezialfirma im Einsatz. Knapp 40 Sprenggranaten verschiedener Kaliber, einige Gewehrgranaten, Handgranaten, Panzerfäuste und Zünder wurden seitdem unschädlich gemacht. Hinzu kommen noch etwa zehn Kilogramm Gewehrmunition sowie Munitionsteile und Waffenreste. "Alles aus Beständen der Deutschen Wehrmacht", unterstreicht Pohl. Für die Fachleute ist das keine Überraschung. Dass sich die geschlagenen deutschen Truppen in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges aus allen Himmelsrichtungen nach Schwerin zurückzogen, ist bekannt. Gerade in Wäldern links und rechts der Hauptstraßen schlugen die Soldaten ihre Lager auf - und entledigten sich ihrer Waffen. Reste davon liegen bis heute in der Natur. "Dass es auf der Trasse des künftigen Radweges eine so große Menge ist, das hatten wir allerdings nicht erwartet", unterstreicht Baustellenleiter René Reich. Eigentlich sollte die Ludwigsfelder Firma Ende Mai fertig werden. "Auf der reinen Radwegtrasse werden wir das auch", betont Reich. Doch wegen der hohen Munitionsbelastung sollen später nun auch die Streifen daneben abgesucht und beräumt werden. "Einen Termin dafür gibt es aber noch nicht", sagt Burkhard Pohl.

Und nicht nur die Menge der gefundenen Munition macht den Fachleuten Sorgen. Einige Granaten waren mit empfindlichen Spezialzündern ausgestattet. Diese mussten gleich im Wald gesprengt werden. "Die dürfen wir nicht transportieren", betont Pohl.

Die Funde belegen auch, dass die Warnung vor dem Betreten munitionsbelasteter Gebiete ernst genommen werden soll, so der Sprengmeister. "Wer beim Waldspaziergang oder beim Pilzesammeln etwas Verdächtiges findet, darf das nicht anfassen." Stelle merken oder markieren und dann die Polizei informieren - das gilt auch für die Wälder an der Bundesstraße 321.

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