Schwerins Restaurants : Gastronomie: bestellen oder gehen!

 

 

Restaurantbetreiber in Bredouille: Gerade in der Biergartensaison blockieren Gäste, die nicht oder nur wenig bestellen, die Plätze

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25. Juni 2017, 20:45 Uhr

Die Zahl der Biergärten und Straßencafés in Schwerin hat erheblich zugenommen, aber sie bescheren den Gastronomen nicht unbedingt mehr Umsatz. Restautant- und Cafébetreiber sehen sich mit einer schwierigen Situation konfrontiert: Der Gast kommt und setzt sich, lässt sich aber mit dem Bestellen Zeit und ordert schließlich gar nichts oder nur eine Kleinigkeit. Wie ist mit solchen Kunden umzugehen?

„Ich kann dem Gast nicht vorschreiben, wie viel Umsatz er zu machen hat“, sagt Matthias Theiner, Kreisvorsitzender des deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga und Inhaber des Restaurants „Zur guten Quelle“. „Aber der Ton macht die Musik“, fügt der hinzu. Das gelte auch für Gruppenbestellungen. Allerdings könne man sich durchaus merken, ob eine Gruppe viel oder wenig Umsatz bringt und das bei der nächsten Vorbestellung berücksichtigen und so Streit vermeiden.

Den indes hat es beim Besuch des Stadtführervereins in einem Restaurant am Schweriner See gegeben. Kathleen Kühnel, Vorsitzende des Schweriner Gästeführervereins, berichtete verärgert, dass ihre Gruppe, die einen Tisch vorbestellt hatte, Stress bekam, weil sie nur Getränke und kein Essen bestellte. Das empfindet sie als Zumutung. Es sei völlig inakzeptabel. Die Stadt werde bei derartigem Verhalten von Schweriner Gastronomen von den Touristen als Servicewüste wahrgenommen, betont die Gästeführerin. So etwas schade dem Image der gesamten Landeshauptstadt gewaltig.

Die Restaurantinhaberin sieht die Sachlage anders. „Bei der Anmeldung wurde nicht gesagt, dass es sich um ein Vereinstreffen handelt. Wir sind davon ausgegangen, dass eine Festgesellschaft kommt und haben ihr den besten Tisch bereitgestellt.“ Das habe sich als Fehler erwiesen. „Wir sind ein Restaurant, keine Bar. Ich kann doch zur Hauptumsatzzeit nicht meine besten Plätze blockieren und 20 hungrige Gäste vor der Tür stehen lassen“, rechtfertigt sich die Chefin.

Formal sei sie im Recht, bestätigt der Dehoga-Kreisvorsitzende, verweist aber nochmals auf seine Eingangserklärung. Der Ton mache die Musik. So sehen und handhaben das auch andere Gastronomen: „Unsere Stühle auf dem Markt laden sicher auch zum Ausruhen ein“, sagt Stephan Haring, Inhaber des Restaurants und Cafés „Johanns“. Er und sein Team würden solche Gäste dezent darauf hinweisen, dass sie in einer Gaststätte Platz genommen hätten und fragen, ob sie denn nicht einen Kaffee oder ein Wasser bestellen wollten – „was sie dann auch tun.“

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