Schwerin: Verkehrsprobleme entzweien Nachbarschaft : Gartenstädter streiten weiter

<strong>Spielstraße  allein reichte nicht: </strong>Seit Mai verbieten in der Neuen Gartenstadt auch Schilder die Durchfahrt, um auswärtige Autofahrer  aus dem Wohngebiet  fernzuhalten. Diese Regelung trifft nicht auf ungeteilte Begeisterung.<foto>Reinhard Klawitter</foto>
Spielstraße allein reichte nicht: Seit Mai verbieten in der Neuen Gartenstadt auch Schilder die Durchfahrt, um auswärtige Autofahrer aus dem Wohngebiet fernzuhalten. Diese Regelung trifft nicht auf ungeteilte Begeisterung.Reinhard Klawitter

Harmonie im Wohngebiet sieht anders aus - nachdem die Stadt diverse Durchfahrt-Verboten-Schilder in der Neuen Gartenstadt aufgestellt hat, verhärten sich die Fronten erneut. Jetzt machen die Autofahrer mobil.

svz.de von
15. Juni 2012, 09:31 Uhr

Gartenstadt | Harmonie im Wohngebiet sieht anders aus - nachdem die Stadt diverse Durchfahrt-Verboten-Schilder in der Neuen Gartenstadt aufgestellt hat, um für weniger Durchgangsverkehr und mehr Sicherheit in den gehweglosen Spielstraßen zu sorgen, verhärten sich die Fronten erneut. Jetzt machen die Autofahrer mobil. Viele Anwohner fordern zwar nicht die Rücknahme der Schilder, aber den Zusatz "Anlieger frei". Das sei allerdings kaum zu kontrollieren, hatte die Verwaltung im Vorfeld zu bedenken gegeben und diese Variante verworfen. Trotzdem wurden jetzt Unterschriften gesammelt, die Liste dem Ortsbeirat vorgelegt. Der nahm sie zur Kenntnis, möchte im neuen Streit aber nicht Position für die eine oder andere Seite beziehen. "Der Auto-Verkehr ist seit Jahren ein Dauerthema in der Neuen Gartenstadt, das wir erschöpfend behandelt haben und das oft sehr emotional diskutiert wurde", so der Ortsbeiratsvorsitzende Gartenstadt/Ostorf, Gerhard Reichert.

Die Wogen der Empörung kochen immer noch hoch: Zehn Jahre lang habe sie auf die Gefahren des Durchgangsverkehrs hingewiesen, schreibt Cornelia Rusch an die SVZ. Jetzt seien zwar endlich Verbots-Schilder aufgestellt worden, aber kaum einer halte sich daran. Wer die Verkehrssünder auf ihre Fehler hinweise, müsse sich dafür manchmal sogar anpöbeln lassen. "Dafür fahren einige sogar zurück und nehmen sich Zeit, obwohl sie es doch eben noch so eilig hatten. Was tut man nicht alles für sein Recht als freier Autofahrer", sagt sie.

Andere Gartenstädter fühlen sich durch die neue Beschilderung nachgerade enteignet. Jetzt müsste er auf dem Weg zur Arbeit und zum Einkaufen große Umwege in Kauf nehmen, die dann durch das Wohngebiet führen und damit zu einer erhöhten Verkehrs- , Umwelt- und Lärmbelastung führen, so Dr. Andreas Oling. Die Stadt sei hier vor dem "Terror" einiger weniger "Querulanten und Nörgler" zurückgewichen. "Mit Demokratie hat das nichts zu tun", sagt er. "Eine Bürgerbefragung aller Anwohner wäre das Mindeste gewesen." Im Übrigens sei mit den Schildern "verkehrsberuhigter Bereich" schon alles geregelt. Er legte bei der Stadt Widerspruch ein. Der werde, wenn eine Vorprüfung keine Lösung bringt, an das Landesamt für Straßenbau und Verkehr weitergeleitet, erläutert die Verwaltung. Die Verkehrszeichen gelten trotzdem uneingeschränkt weiter.

Der Ortsbeirat ist hin- und hergerissen. Offenbar spalte das Verkehrspro blem die Neue Gartenstadt in zwei Hälften, so Reichert. "Nach meiner Ansicht gibt es nach der Aufstellung der Verbots-Schilder, die nur bis zur Fertigstellung der Mettenheimer Straße gelten, keine vernünftige Handlungsmöglichkeit mehr." Zumal sich die "Zeichen verdichten", dass sich in der Mettenheimer Straße bald etwas tut. Dann würde sich das Problem des Abkürzungs-Verkehrs durch die engen Spielstraßen der Neuen Gartenstadt hoffentlich von alleine erledigen.

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