Schwerin : Gartenstadt: Land kritisiert Sackgassen

Die Mettenheimerstraße wird voraussichtlich im November fertig. Diese Verbindung soll den Durchgangsverkehr aus der Gartenstadt heraus halten.
Die Mettenheimerstraße wird voraussichtlich im November fertig. Diese Verbindung soll den Durchgangsverkehr aus der Gartenstadt heraus halten.

Züge eines Schildbürgerstreichs: Mit mehreren Sackgassen hat Schwerin die Gartenstadt für den Durchgangsverkehr abgeriegelt. Jetzt hagelt es auch noch Kritik vom Landesamt für Straßenbau.

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24. September 2012, 10:12 Uhr

Gartenstadt | Die aufwändige Abriegelung der Gartenstadt für den Durchgangsverkehr bekommt immer mehr die Züge eines Schildbürgerstreichs. Jetzt hagelt es auch noch Kritik vom Landesamt für Straßenbau. Das stellte fest, dass auch ein "milderes Mittel" als gleich "die Anordnung der Durchfahrtsverbote" ausgereicht hätte.

Stein des Anstoßes sind die Schilder im Wohngebiet, die an den einen Straßenenden die Durchfahrt für alle Fahrzeuge verbieten und die anderen Straßenenden zu Sackgassen erklären. Nach einigem Aufwand, wie Einwohnerversammlungen und Verkehrszählungen, hatte die Stadt die Gartenstadt so erst vor wenigen Monaten abgeriegelt - bis zur Fertigstellung der zurzeit im Bau befindlichen Mettenheimerstraße. Doch diese Arbeiten liegen nun im Terminplan und die Verbindung zwischen Hagenower Straße und Ludwigsluster Chaussee wird voraussichtlich Anfang November freigegeben. Dann muss die Stadt auch die Verbotsschilder in der Gartenstadt wieder abbauen und auch im Stadtteil die Fahrt freigeben.

Aus Perspektive des Landes hat die Landeshauptstadt einen übertrieben großen Aufwand getrieben. "Insbesondere weil sich zum Zeitpunkt des Erlasses der Durchfahrtsverbote bereits die Befristung der Maßnahme abzeichnete, da der Beginn der Baumaßnahme Mettenheimerstraße geplant war", heißt es aus der Behörde. "Aus hiesiger Sicht wäre es hinreichend gewesen für Durchgangsverkehre ein Verkehrsverbot anzuordnen und damit die Verkehrsbelastung in den Wohngebietsstraßen zu reduzieren." Hinzu komme, dass auf der vom Ortsbeirat initiierten Anwohnerversammlung nicht einmal eine große Mehrheit für die Abriegelung der Gartenstadt war. Doch aufgrund der Kürze der Zeit bis zur Fertigstellung der Mettenheimerstraße bleibe nun auch der Landesbehörde kein Spielraum mehr einzuschreiten. "Die An- und Abfahrtserschwernisse für Bewohner des Wohngebietes Gartenstadt sind demnach nur noch für einen Zeitraum von zirka eineinhalb Monaten gegeben, dann werden mit Fertigstellung und Eröffnung der Mettenheimerstraße die Durchfahrtsverbote in Gänze aufgehoben", teilt die Behörde mit. Gleichzeitig kündigte sie an, die "verkehrsbehördlichen Maßnahmen der Landeshauptstadt unter laufender Kontrolle zu halten". Und sollte die Mettenheimerstraße nicht rechtzeitig fertig werden, wird das Landesamt entsprechende Schritte einleiten.

Das fehlende, 200 Meter lange Stück Mettenheimerstraße soll von November an die Lücke zwischen Hagenower Straße und Ludwigsluster Chaussee schließen. Bevor die Gartenstadt für den Durchgangsverkehr gesperrt worden war, rollten zu den Stoßzeiten bis zu 100 Autos durch die Gartenstadt - ein Vielfaches des Verkehrs, der noch 2009 durch das neue Wohngebiet rollte. Daraufhin beschwerten sich mehrere Anwohner bei der Verwaltung über den anschwellenden Lärm und darüber, dass die Sicherheit ihrer Kinder gefährdet sei. Die Stadt ergriff die Initiative. Mit der Freigabe der Mettenheimerstraße im November dürfte sich die Situation für die Anwohner der Gartenstadt entspannen. Auch das Landesamt für Verkehr wird seinen kontrollierenden Blick auf die Landeshauptstadt wieder lockern.

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