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Zeitung für die Landeshauptstadt

11. Dezember 2017 | 14:33 Uhr

Schweriner Buga : Gartenschau-Gelder für alle

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ortsbeiräte dürfen bis zu 10 000 Euro aus dem Buga-Gewinn für eigene Projekte ausgeben: Was ist daraus geworden?

von
erstellt am 12.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Sparsame Ortsbeiräte: Von den insgesamt 130 000 Euro, die sie aus dem Überschuss der Bundesgartenschau für nachhaltige und intensive Projektarbeit in ihrem Ortsteil zur Verfügung gestellt bekommen haben, ist noch nicht einmal die Hälfte ausgegeben. Das geht aus einer aktuellen Liste der Stadtverwaltung hervor. Immerhin: Einige Anträge laufen noch.

Anfang 2016 hatte die Stadtvertretung beschlossen, dass die neun großen Ortsbeiräte, die viele Einwohner repräsentieren, wie Lankow, Mueßer Holz, Weststadt oder Krebsförden, jeweils 10 000 Euro, die acht kleineren je 5000 Euro aus dem Buga-Erlös zur freien Verfügung bekommen. Mehr als 1,8 Millionen Gäste zählte die Bundesgartenschau 2009, rund 3,5 Millionen Euro Gewinn wurden erwirtschaftet. Kurzfristig und unbürokratisch sollen die Ortsbeiräte Projekte finanzieren, die Kindern, Frauen, Familien, dem Sport, der Heimatkunst, Behinderten oder Migranten zugute kommen.

Die Vorstellungen und das Tempo sind da durchaus unterschiedlich: Krebsförden beispielsweise hat seine 10 000 Euro schon komplett ausgegeben und zwar für Bänke an verschiedenen Orten im Stadtteil sowie zwei BMX-Räder und Streetball-Bälle für den Stadtteiltreff.

In Lankow ist auch nicht mehr viel übrig: Die Aufstellung von Spielgeräten im Generationenpark, die auch Senioren nutzen können, kostete knapp 9000 Euro.

Andernorts sind die Beträge schon deutlich geringer: Der Ortsbeirat Gartenstadt/Ostorf investierte 3000 Euro in ein riesiges Graffiti-Bild, das an der Ludwigsluster Chaussee seit dem Frühjahr Autofahrer, Straßenbahngäste und Fußgänger erfreut. Daniel Wrede aus Grevesmühlen sprühte typische Ansichten des Stadtteils und ein bisschen See-Idylle an die ehemals graue Stützmauer.

In der Weststadt wurde knapp die Hälfte des Budgets, nämlich 5000 Euro, ausgegeben: Die Kita Regenbogen bekam dafür einen Balance-Zopf, der Westclub One einen Basketballkorb und die Freiwillige Feuerwehr Mitte Bekleidung, Bierzeltgarnituren und eine Gefriertruhe. Auch die Warnitzer unterstützten ihre Retter: Für knapp 2500 Euro gab es Bekleidung mit dem Schriftzug „Freiwillige Feuerwehr Warnitz“, die bei Wettkämpfen und allen öffentlichen Auftritten getragen wird. Eine neue Schaukastenlange schlug mit 1300 Euro zu Buche. Damit ist von den 5000 Euro, die Warnitz zustehen, nur noch wenig übrig.

Auch die Wickendorfer, ebenfalls 5000-Euro-Kandidaten, haben schon einiges ausgegeben: Der Kinderbauernhof Medewege erhielt für Schaf- und Ziegenunterstand sowie das Kaninchengehege 1500 Euro. Für einen Pavillon der Freiwilligen Feuerwehr Wickendorf gab es 1750,29 Euro.

Neu Zippendorf gestaltete für knapp 1800 Euro den Eingangsbereich am Haus der Begegnung, der Ortsbeirat Mueßer Holz steckte 1000 Buga-Euro in den „Turm der Artenvielfalt“ am Plattenpark. Für ein legales Graffiti am Bus Stop machte der Ortsbeirat Großer Dreesch 500 Euro locker. Für die Gestaltung des Rastplatzes am Neumühler See wurden 297,50 Euro abgerechnet.

Ein Großprojekt plant der Ortsbeirat Schelfstadt, Werdervorstadt, Schelfwerder. Seine 10 000 Euro möchte er für einen Seniorenbereich auf dem Spielplatz am Schelfmarkt ausgeben. Ein Beweglichkeitstrainer soll Arme, Schultern und Rücken mobil halten, ein besonders gepflasterter Weg soll Untergrund-Training für Senioren mit Stock oder Rollator ermöglichen.

Der Ortsbeirat Altstadt, Paulsstadt, Lewenberg berät unter dem Tagesordnungspunkt „Buga-Gewinn“ aktuell über einen Bücherschrank im öffentlichen Raum. Und in der Weststadt bewirbt sich die Kita Kirschblüte um 3000 Euro für eine Elternbibliothek und eine kleine grüne Oase für Eltern, Kinder und Nachbarn.

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