SVZ-Leser diskutieren : Gartenlaube als Alterssitz umstritten

Wohnen im Gartenhaus ist laut Bundeskleingartengesetz verboten. Ob diese Regelung gekippt werden sollte, darüber diskutieren SVZ-Leser heftig.
Wohnen im Gartenhaus ist laut Bundeskleingartengesetz verboten. Ob diese Regelung gekippt werden sollte, darüber diskutieren SVZ-Leser heftig.

Architekten-Vorschlag zum Umbau von Gartenhäusern als bezahlbarer Wohnraum im Alter löst bei SVZ-Lesern lebhafte Debatte aus

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18. Februar 2014, 11:00 Uhr

Die Idee des Schweriner Architekten Rolf Spille, Rentnern das Wohnen in umgebauten Gartenlauben zu ermöglichen, sorgt für kontroverse Diskussionen. Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff hatte sich bereits skeptisch geäußert. Er führt gegen den Vorschlag vor allem fehlende Infrastruktur ins Feld, so dass die öffentliche Hand zunächst erhebliche Investitionen tätigen müsste. Wolfram Görs, Vorsitzender des Kreisverbandes der Gartenfreunde Schwerin, berichtet von einer Welle der Empörung der Kleingärtner gegen den Vorschlag. „Das Telefon steht bei uns nicht still. Unsere Mitglieder sind entsetzt“, sagt er und fügt hinzu: „Wohnen in der Gartenlaube ist schon laut Bundeskleingartengesetz nicht erlaubt. Der Begriff Rentenergänzungshäuser ist ein Kandidat zum Unwort des Jahres 2014.“

Auch die SVZ-Leser diskutieren im Internet-Portal unserer Zeitung und auf Facebook heftig mit. Dabei halten sich Argumente für und gegen ein Wohnen in der Gartenlaube die Waage. Claudia Lange zum Beispiel schreibt: „Jeder sollte leben wie und wohnen wo er möchte.“ Das meinen auch Jeannette Müller, Aghor Shanti, Eckhardt Harloff, Birka Schmidt, Leonora Loewenherz und viele andere. „Finde ich völlig in Ordnung. Sie stecken Leib und Seele in ihren Kleingarten. Warum also nicht da wohnen dürfen?“, begründet Nicole Braun. „Sehr gut. Sollte umgesetzt werden“, betont Dirk Dankert. Argumente für diese Position liefern Joachim Schmidt und weitere Leser: „Bei den gegenwärtigen Mieten sollte das möglich sein“, schreibt Schmidt. Mike Nöhlen fügt hinzu: „Ist doch logo, wer soll die Wohnungsmieten denn hier noch zahlen?“ Steven Krüger geht noch einen Schritt weiter und fordert, dass nicht nur Senioren, sondern auch junge Paare mit Kindern ihren Wohnsitz in Gartenhäuser verlegen dürfen.

Es gibt aber auch viele Leser, die sich gegen den Vorschlag von Architekt Spille aussprechen. „Im Grunde genommen ein toller Vorschlag und für Einzelfälle eventuell machbar, aber nicht für ganze Anlagen. Ich denke, dass dafür die Voraussetzungen fehlen wie Müll- und Abwasserentsorgung usw.“, schreibt Barbara Riva-Rocci. „Ganzjähriges Wohnen lässt die Infrastruktur nicht zu“, meint auch Michael Buchholz. „Im Winter gibt es dort weder fließendes Wasser noch Wärme- und Stromversorgung, Post oder Abwasser- und Müllentsorgung“, gibt er zu bedenken.

Die SVZ-Leser lassen in die Diskussion aber noch weitere Argumente einfließen. Jens Heysel beispielsweise regt an, dass bei dem Wohnmodell „Rentenergänzungshäuser“ dann aber die Pacht erhöht werden sollte. Fest steht, dass das Thema offensichtlich viele Schweriner bewegt. Deshalb ist jetzt auch die Kommunalpolitik gefragt, sich zu positionieren.

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