Illegale Müllberge in Schwerin : Gartenabfälle gammeln an der Straße

<fettakgl>Beliebter Tatort:</fettakgl> Am Hochhaus Werner-Seelenbinder-Straße legen Gärtner immer wieder ihre Grünabfälle ab.   Die Entsorgungskosten bleiben bei der Stadt hängen. <foto>svz</foto>
Beliebter Tatort: Am Hochhaus Werner-Seelenbinder-Straße legen Gärtner immer wieder ihre Grünabfälle ab. Die Entsorgungskosten bleiben bei der Stadt hängen. svz

Schon wieder: Im Schatten des Hochhauses in der Schweriner Werner-Seelenbinder-Straße wächst der Komposthaufen. Illegal türmen sich dort braune Säcke voll mit Grünschnitt - und es werden immer mehr.

svz.de von
28. August 2012, 06:36 Uhr

Schwerin | Schon wieder: Im Schatten des Hochhauses in der Werner-Seelenbinder-Straße wächst der Komposthaufen. Illegal türmen sich dort braune Säcke voll mit Grünschnitt - und es werden immer mehr. "Es ist das jüngste, aber nicht das schlimmste Beispiel", sagt Ilka Wilczek, SDS-Werksleiterin. Unbeobachtete Wertstoffsammelplätze, Baustellen, Waldsäume in der Nähe von Gartenanlagen und Restmüllbehälterplätzen in Wohnanlagen seien besonders "beliebte" Orte. Die Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen fahren jedes Jahr mehr als 100 Einsätze, um illegalen Müll zu beseitigen - darunter auch Sperrmüll. Aber jetzt im Spätsommer und im Frühherbst fahren die SDS-Mitarbeiter vor allem verunreinigten Grünschnitt weg. Das gleiche Prozedere wiederholt sich alljährlich im Frühling, wie Wilczek berichtet. Auch Schwerins Kreisverband der Gartenfreunde schlägt Alarm. "Dem Kreisverband drohen empfindliche Bußgelder, die dann auf alle Mitglieder umgelegt werden müssen", sagt Vorsitzender Wolfram Görs. Die Bußgelder für illegal abgelagerte pflanzliche Abfälle schwanken zwischen 10 und 1000 Euro, wie Wil czek erklärt. "Dazu kommen die Beseitigungskosten, die meistens höher liegen als das Bußgeld." Doch bevor Bußgelder fällig werden, muss der Verursacher ermittelt werden. Dafür wird der wilde Kompost, ordnungsrechtlich eine "illegale Müllablagerung", verfolgt. Das verläuft nach Auskunft von Wilczek häufig erfolglos. "Die Hinweise wie Autonummern werden in der Regel anonym gegeben", erzählt die SDS-Chefin. "Selbst wenn sich Beobachter melden, standen sie bei gerichtlicher Auseinandersetzung bisher niemals zur Verfügung." So bleiben die Kosten für die Beseitigung an der Landeshauptstadt hängen - jährlich rund 25 000 Euro. Dennoch fordert Görs die Schweriner Gartenfreunde auf, "den in den Spätsommermonaten vermehrt anfallende Grünschnitt nicht illegal wie am Hochhaus in der Seelenbinder-Straße abzulagern, sondern in den dafür vorgesehenen Annahmestellen abzugeben".

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen