Politischer Neustart : Ganz große Koalition in Crivitz

Die neue Stadtspitze von Crivitz: Bürgermeisterin  Britta Brusch-Gamm  mit ihren Stellvertretern Markus Nonnemann (r.) und Helmuth Schröder (l.)
Die neue Stadtspitze von Crivitz: Bürgermeisterin Britta Brusch-Gamm mit ihren Stellvertretern Markus Nonnemann (r.) und Helmuth Schröder (l.)

Britta Brusch-Gamm übernimmt das Bürgermeisteramt: Alle fünf Fraktionen in der Stadtvertretung arbeiten zusammen

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04. Juli 2014, 12:00 Uhr

Alle Plätze im kleinen Saal vom Crivitzer „Haus Seeblick“ waren besetzt: Alte und neue Stadtvertreter drängten sich am Sitzungstisch. Drumherum saßen Einwohner, die den Generationswechsel an der Stadtspitze miterleben wollten: Ulrich Güßmann (CDU) gab nach mehr als 20 Jahren die Amtsgeschäfte an Britta Brusch-Gamm weiter. Die Herausforderin von der Crivitzer Wählergemeinschaft (CWG) hatte am 25. Mai die Wahl klar für sich entschieden. Bei der konstituierenden Sitzung der Stadtvertretung am Donnerstag trat Brusch-Gamm ihr Amt an. „Im Wahlkampf waren wir Kontrahenten. Jetzt ist gemeinsames Handeln und Können gefragt, um Crivitz weiter voranzubringen“, warb die neue Bürgermeisterin gegenüber den 16 Stadtvertreter. Dafür gab es spontanen Applaus von den Gästen. Doch auch an die zahlreich erschienenen Crivitzer richtete Brusch-Gamm das Wort. Sie lud die Bürger ein, sich einzubringen, die Sitzungen der Stadtvertretung und ihrer Ausschüsse zu begleiten.

Wie das neue Miteinander in der Crivitzer Kommunalpolitik aussehen kann, dafür lieferte die konstituierende Sitzung schon mal ein Beispiel. Denn im Vorfeld hatten sich die Fraktionen abgestimmt, die wichtigsten Personal- und Sachfragen geklärt. Einstimmig wurde so Dr. Markus Nonnemann von der CDU zum ersten Stellvertreter der Bürgermeisterin gewählt. Die CDU war Ende Mai zwar die Wahlverliererin in Crivitz, doch mit fünf Stadtvertretern sind die Christdemokraten ebenso stark im Stadtparlament vertreten wie die Crivitzer Wählergemeinschaft. Die CWG verfügt dank des Direktsieges von Britta Brusch-Gamm bei der Bürgermeisterwahl aber über eine weitere Stimme. Hinzu kommen je zwei Stadtvertreter von der SPD, von den Linken und von der Zählgemeinschaft FDP/Wählergemeinschaft Wessin. Dank der Absprachen in dieser ganz großen Koalition war die Besetzung der Fachausschüsse kein Problem: Überall sind CWG und CDU doppelt vertreten, die drei kleinen Fraktionen entsenden jeweils einen Vertreter. Einzig beim Posten des zweiten Stellvertreters der Bürgermeisterin gab es keine Klarheit im Vorfeld. Helmuth Schröder (SPD) und Silke Glasemann-Ohl (CWG) bewarben sich. Schröder setzte sich mit zehn Stimmen durch, er bekleidet damit weiterhin dieses Amt, das er bereits in der zurückliegenden Wahlperiode ausfüllte. Kontinuität auch an einer anderen Schlüsselstelle: Georg Ihde bleibt der Crivitzer Vertreter beim Zweckverband Schweriner Umland.

Beschlossen wurden am Donnerstag auch Änderungen in Hauptsatzung und Geschäftsordnung. So soll die Bürgerfragestunde künftig auch eine Stunde und nicht 30 Minuten umfassen. Die Einwohner dürfen auch Fragen zu Themen stellen, die auf der Tagesordnung stehen. Und es werden mehr Informationen aus Stadtvertretung und Ausschüssen gegeben – an Aushängen und im Internet. „Wir hatten mehr Bürgernähe und Offenheit versprochen, das wollen wir von Anfang an umsetzen“, betonte Brusch-Gamm. Einer ihrer Vorschläge scheiterte jedoch: Der Haupt- und Finanzausschuss tagt weiterhin hinter verschlossenen Türen.

Zu solch einem Wechsel gehört natürlich auch der Dank an die ehemaligen Stadtvertreter, allen voran an den ehemaligen Bürgermeister. Ulrich Güßmann verabschiedete sich persönlich und zugleich komplett aus der Stadtpolitik. Güßmann verzichtet auf sein errungenes Mandat als Stadtvertreter. Für ihn rückte Beate Prieske nach.

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