Hans-Jürgen Heine aus Gädebahn : Gädebehner hilft bei der Mückenjagd

Mit der Mückenfalle   hat  Hans-Jürgen Heine im heimischen Garten in den zurückliegenden sechs Monaten  insgesamt  an die 120  dieser Blut saugenden  Insekten aufgespürt.Pätzold
Mit der Mückenfalle hat Hans-Jürgen Heine im heimischen Garten in den zurückliegenden sechs Monaten insgesamt an die 120 dieser Blut saugenden Insekten aufgespürt.Pätzold

Hans-Jürgen Heine aus Gädebahn geht in Auftrag der Forschung auf Mückenjagd: Er fängt die Insekten mit einer Spezialfalle und hilft das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung bei der Erfassung von Daten der Tiere.

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03. November 2012, 11:04 Uhr

Gädebehn | "Es gibt scheinbar nicht allzu viele Mücken in diesem Jahr", sagt Hans-Jürgen Heine. 15 bis 20 Mücken, manchmal auch mehr, hat er in einem Monat in einer speziellen Mückenfalle aufgespürt. Diese funktioniert nach einem einfachen Prinzip. In einem größeren Behälter befindet sich ein Lockstoff, das kann eine kleine Kugel mit Pferde- oder Rinderschweiß sein. Dieser Geruch wird mit Hilfe eines Ventilators und einer Gasflasche an die Umgebung verströmt. So werden Mücken angelockt und landen in der Falle. Und weil sich nicht nur diese kleinen Blutsauger angezogen fühlen, fallen auch andere Insekten hinein. Deshalb muss Heine die Ausbeute zunächst prüfen, Mücken von anderen Insekten trennen. Das Blut saugende Insekt kommt lebend in einen kleinen Plastebehälter und dann in den Tiefkühlschrank oder -truhe. Die auf diese Weise abgetöteten, aber intakten Exemplare dienen der Wissenschaft. Zerdrückte oder gequetschte Mücken seien unbrauchbar, weil sie dann nicht mehr genau identifizierbar seien, erklärt Heine, der im Auftrag der Forschung auf Mückenjagd geht.

Das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung und das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit wollen das Vorkommen und die Verbreitung von Stechmücken in Deutschland erfassen. So soll ein Mückenatlas erstellt werden, erzählt der Gädebehner. Lange Zeit wurde die Forschung an Stechmücken in Deutschland vernachlässigt, informiert das Leibniz-Zentrum. Daher fehlen grundlegende Kenntnisse über viele biologische Aspekte dieser Blutsauger. Außerdem würden Globalisierung und Klimaveränderung die Einschleppung und Ansiedlung fremder Arten begünstigen. Und weiter heißt es: Stechmücken spielen bei der Übertragung bestimmter Krankheiten eine Rolle.

Um an Mücken zu kommen, wurden freiwillige Helfer gesucht. Hans-Jürgen Heine ist einer von ihnen. Er ist vor zwei Jahren aufmerksam geworden auf das Projekt. Damals hatte das Leibniz-Zentrum auch beim Amt Crivitz angefragt, ob es hier möglich wäre, Mückenfallen aufzustellen. Dafür wiederum wurde ein freiwilliger Betreuer gesucht. Heine hatte sich bereit erklärt. Aufgestellt hat er sie in seinem Garten. Von Mai bis Ende Oktober war er den Stechmücken auf der Spur.

In seiner Re gion hat der Gädebehner auch Kita-Kinder und Hortkinder aus Crivitz für das Projekt interessiert und zum Mitmachen animiert. Sie müssen die Mücken allerdings ohne Falle fangen. Denn auch das geht relativ einfach, erklärt der Gädebehner. Sobald sich eine Mücke etwa an der Wand abgesetzt hat, wird ein Gefäß darüber gestülpt, der Deckel kommt darauf und der Behälter ins Gefrierfach. Auf einem Formular wird neben dem jeweiligen Ort auch die genaue Fundstelle vermerkt: Wald, Garten, Keller. Und nicht fehlen sollten zudem Datum und Uhrzeit. Dann wird der Umschlag oder das kleine Päckchen ans Leibniz-Institut geschickt. Heine: "Die Forscher wollen erstmals flächen deckend erfassen, welche Stechmücken-Arten in Deutschland leben, wo und wie häufig."

In Deutschland gibt es bisher 49 nachgewiesene Mückenarten. Einige Stechmücken und andere Blut saugende Insekten seien in der Lage, Krankheitserreger zu übertragen. Auch wenn es in Deutschland keinen Grund zur Beunruhigung gibt, so das Leibniz-Zentrum, interessiere sich die Wissenschaft verstärkt für die Stechmücken. Das bundesweite Projekt wird über drei Jahre geführt, ein Jahr steht noch aus. Hans-Jürgen Heine wird im nächsten Jahr wieder als Mückenjäger dabei sein.

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