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Eltern-Kind-Haus geplant : Futuristisches Familien-Zentrum

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Arbeiterwohlfahrt plant im Mueßer Holz spektakulären Neubau, um dort ihre Angebote von der Kita bis zum Babyschwimmen zu bündeln

Seit insgesamt 23 Jahren sitzt die Schweriner Arbeiterwohlfahrt schon im Mueßer Holz, jetzt will sie noch einmal voll durchstarten: Mit einem neuen Konzept und einem futuristischen Bau. Etwa vier Millionen Euro müsste sie in die Hand nehmen, um an ihrem jetzigen Standort in der Justus-von-Liebig-Straße ein modernes Eltern-Kind-Zentrum zu errichten – mit Kita, verschiedenen Beratungsstellen, Bewegungsbad und Familienbildungsstätte. Die ersten Pläne, eine Machbarkeitsstudie, Kostenschätzungen und Zeichnungen für das Projekt gibt es schon seit zwei Jahren, sagt Awo-Geschäftsführer Axel Mielke. Auch mit Bauamt, Jugendamt, Landesgrunderwerbs-Gesellschaft und dem Sozialministerium wurde schon gesprochen. „Jetzt wollen wir unsere Idee öffentlich vorstellen und mit allen politischen Gremien ins Gespräch kommen. Der Bau und unsere zahlreichen Angebote werden den Stadtteil aufwerten, deshalb rechnen wir mit Städtebaufördermitteln.“ Knapp 40 Arbeitnehmer sollen im Eltern-Kind-Zentrum beschäftigt sein, die Awo rechnet vor allem wegen der Familienbildungsstätte mit einem Besucherstrom von etwa 10 000 Menschen pro Jahr.

Dem Ortsbeirat Mueßer Holz präsentierten Geschäftsführer Axel Mielke und die Bereichsleiterin Kita und Familie Ariane Bartsch jetzt das Konzept. Den Ansatz des Eltern-Kind-Zentrums erklärt Ariane Bartsch so: „Die Familienwelten haben sich geändert. Es gibt eine Menge Alleinerziehende, viele Familien haben einen Migrationshintergrund. Mit unseren herkömmlichen Mitteln erreichen wir die Eltern nicht mehr.“ Es sei wichtiger denn je, auf ihre individuellen Bedürfnisse einzugehen. Beispiele: Ein Elterncafé um 15 Uhr ergebe wenig Sinn, wenn Mutter und Vater nachmittags arbeiten. Klassisch deutsche Elternabende werden in der Awo-Kita „Igelkinder“ – zeitweise wurden hier Kinder aus elf Nationen betreut – eher selten besucht. Wird aber gemeinsam gekocht oder ein Projekt angeboten, kommen die Eltern gern und reden dabei auch über Kindergarten-Themen. Bartsch: „Wir planen, dass in unserer neuen Kita die Eltern einen ganzen Tag mit ihren Kindern verbringen können.“

Im Eltern-Kind-Zentrum ist die Kita mit ihren Funktionsräumen und dem Kinderrestaurant ein zentraler Anlaufpunkt. Gleich nebenan soll es dann Hilfen zur Erziehung, Migrationsberatung, Schwangerenberatung und ein sozialpädiatrisches Zentrum geben. Der gewünschte Effekt dieser Angebots-Bündelung: Kurze Wege, niedrige Schwellen, keine Stigmatisierung der Besucher.

Die Awo-Familienbildungsstätte, die zurzeit in der Brunnenstraße ihr Domizil hat, soll ebenfalls ins Mueßer Holz ziehen und eine Klientel mitbringen, die vor allem in der Innenstadt zu Hause ist. Etwa 3000 Erwachsene besuchten im Jahr 2013 die Kurse der Bildungsstätte – sie reichen von der Geburtsvorbereitung über Wassergewöhnungskurse bis zur Babysitter-Ausbildung. Ein zusätzlich geplantes Bewegungsbad sollen
Kita und Familienbildungsstätte gemeinsam nutzen. Auch Senioren- und Reha-Sportgruppen haben schon nach einer Zusammenarbeit gefragt. Schließlich stehen im Zentrum noch Praxisräume zur Verfügung, die die Awo an Logopäden, Physio- oder Ergotherapeuten vermieten möchte.

Ein Elterncafé im Foyer soll als Veranstaltungszentrum dienen und Senioren offen stehen. Der Ortsbeirat ist begeistert vom Projekt, jetzt muss noch die große Politik mitziehen. Denn: „Wir brauchen etwa eine Millionen Euro Städtebaufördermittel, anders ist das Projekt nicht zu finanzieren“, sagt Axel Mielke.

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erstellt am 29.Jan.2014 | 21:00 Uhr

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