Schwerin : Fußballzentrum - Schnee von gestern?

<fettakgl>Die Pläne sind fertig und werden jetzt Stück für Stück umgesetzt:</fettakgl> Holger Buck (l.) und Bodo Schulze von der Sportverwaltung im Gespräch mit Redakteurin Juliane Haendschke.
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Die Pläne sind fertig und werden jetzt Stück für Stück umgesetzt: Holger Buck (l.) und Bodo Schulze von der Sportverwaltung im Gespräch mit Redakteurin Juliane Haendschke.

Fast klinisch steril wirkt der Sportpark in Lankow. Die städtische Sportverwaltung hofft auf einen Geldsegen in Höhe von mehr als fünf Millionen Euro, um den Sportpark in das Fußballzentrum Lankow auszubauen.

svz.de von
04. Februar 2012, 01:50 Uhr

Lankow | Fast klinisch steril wirkt der Sportpark in Lankow. Zentimeter hoher Schnee liegt auf den abgespielten Rasenflächen. Er hüllt die Fußballträume Schwerins ein. Die städtische Sportverwaltung hofft auf einen Geldsegen in Höhe von mehr als fünf Millionen Euro, um den Sportpark in das Fußballzentrum Lankow auszubauen. Statt dessen schneien Absagen in das Büro von Holger Buck, stellvertretender Leiter des Sportamtes. Das Land lehnte im vergangenen Jahr eine Kreditgenehmigung in Höhe von 380 000 Euro ab. Die Stadtkasse ist leer. Die finanzielle Situation Schwerins gibt wenig Anlass, auf Frühling zu hoffen. Wenn der Schnee taut, verwandeln sich die Fußballfelder in "Riesenpfützen", wie Sport-Abteilungsleiterin Martina Joachim sagt, "weil die Drainagen hinüber sind".

Doch die Spieler des in Lankow beheimateten Schweriner Sportclubs (SSC) halten durch, treten den Schnee platt und bieten den kalten Aussichten die Stirn. Sie wärmen sich in ihrer modernen Containerumkleide auf. Der Bau ragt wie ein bunter Hoffnungsschimmer zwischen altersschwachen DDR-Baracken auf. "Die alte Gaststätte wird bald abgerissen", sagt Buck. "Und die Umkleidebaracken auch." Die seien nicht mehr schön, zu DDR-Zeiten habe es einen anderen Standard gegeben. Aber das ist mehr als 20 Jahre her. Bis zum Jahr 2018 soll auf den fünf Fußballplätzen in Lankow ein frischer Wind wehen. Fußballvereine wie Eintracht Schwerin und Dynamo Schwerin sollen dann im Lankower Zentrum trainieren - "so ist es mit den Vereinen abgesprochen", sagt Bodo Schulze von der Sportverwaltung - und im Sportkonzept der Stadt schriftlich fixiert. Im laufenden Jahr will Schwerin etwa 1,5 Millionen Euro in den Sportpark Lankow stecken, wenigstens einen neuen Kunst- und einen Naturrasenplatz soll es geben. Langfristig soll im Fußballstadion ein zweistöckiges Funktionsgebäude mit Schiedsrichterräumen, modernen Umkleiden und Büroräumen entstehen. "Die Architektenzeichnungen liegen schon vor", sagt Buck. Aber noch strecken Bäume und Büsche ihre kahlen Äste in alle Richtungen. Schnee liegt auf dem Hang, an den sich das Gebäude in einigen Jahren schmiegen soll.

Schwerin will in Lankow investieren, um an anderen Plätzen zu sparen. Die Sportanlagen auf der Krösnitz, der Paulshöhe und in Görries sollen verschwinden. Aber für die Krösnitz beispielsweise gibt es schon wieder neue Pläne. Die Verwaltung arbeitet zurzeit an einem neuen Konzept. Die kalte Jahreszeit lässt Raum für Ideen. Unterdessen trainieren die Nachwuchskicker des SSC im künftigen Sportzentrum Lankow weiter auf schneebedeckten Spielflächen. Und im Sommer werden sich auch die Maulwürfe auf dem Sportgelände fit halten.

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