Flüchtlings-Projekt : Fußball kennt keine Grenzen

Gemeinsam am Ball: Catherine Ruf (r.) von der Sozial-Diakonischen Arbeit – Evangelischen Jugend lädt Deutsche und Zuwanderer zum Fußballspielen ein.
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Gemeinsam am Ball: Catherine Ruf (r.) von der Sozial-Diakonischen Arbeit – Evangelischen Jugend lädt Deutsche und Zuwanderer zum Fußballspielen ein.

Streetworkerin Catherine Ruf bringt Schweriner und Flüchtlinge auf dem Sportplatz zusammen

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15. Juli 2015, 08:00 Uhr

Hamed aus Afghanistan spielt für sein Leben gern Fußball, Michael aus Deutschland auch. Warum also nicht gemeinsam kicken? „Fußball ohne Grenzen“, so heißt das Projekt, das Schweriner und Flüchtlinge zusammenbringen möchte. „Die jungen Menschen sollen Spaß miteinander haben und sich besser kennen lernen“, sagt Catherine Ruf, Streetworkerin bei der Sozial-Diakonischen Arbeit – Evangelischen Jugend.

Jeden Montag treffen sich die Fußballer von 15 Uhr an auf dem Sportplatz hinter dem Jugendclub „Wüstenschiff“ in der Ziolkowskistraße 17a. „Meistens sind wir so um die zehn Leute“, berichtet Catherine Ruf. Aus Afghanistan, Eritrea, Russland, der Türkei, Syrien und natürlich Deutschland kämen bisher die Teilnehmer.

Hamed lebt seit neun Monaten in der Bundesrepublik, möchte einmal Biologie studieren. „Fußball ist gut für die Gesundheit und man trifft Freunde beim Sport“, erklärt der 22-Jährige, warum er bei den Fußballern ohne Grenzen mitmacht. „Wir wollen den Flüchtlingen den Einstieg in Deutschland erleichtern“, sagt Michael, ebenfalls 22 Jahre alt. Der gemeinsame Sport stärke einfach den Zusammenhalt, so der Schweriner.

Durch das Fußballprojekt, entstanden durchaus als Reaktion auf die MVgida-Demonstrationen in Schwerin, hätten Flüchtlinge die Möglichkeit, aus der sozialen, kulturellen und auch räumlichen Isolation herauszukommen und mit jungen Menschen aus ihrer neuen Umgebung in Kontakt zu treten, erläutert Catherine Ruf.

Als niederschwelliges Angebot fördere „Fußball ohne Grenzen“ den Austausch, die Begegnung und die Verständigung, zeige neue gesellschaftliche Perspektiven und Lebenssituationen auf. So könnten gerade bei manch jungen Deutschen Ressentiments gegenüber Zuwandern abgebaut werden, betont die Streetworkerin. „Was alle Teilnehmer am Projekt eint: Sie sind Schweriner.“

Gefördert werden die Fußballer ohne Grenzen durch das Programm Soziale Stadt. „Trotzdem ist das Projekt nicht voll ausfinanziert“, schildert Catherine Ruf. „Wir würden uns deshalb über Spenden freuen, damit wir die Trikots für die Teilnahme an Turnieren bezahlen und im Winter auch in der Halle trainieren können.“

Sprachprobleme gibt es beim Sport übrigens nicht. „Fußballer verstehen sich auch ohne Worte“, sagt Catherine Ruf. Wer sich für ihr Projekt interessiert, erreicht die Streetworkerin unter der Telefonnummer 0173-6695634.

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Posted by Zeitung für die Landeshauptstadt - News aus Schwerin & Umgebung on  Dienstag, 14. Juli 2015


 

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