Uelitz : Fusionsgespräche in der Kirchenbank

Erst predigen, dann argumentieren: Pastorin Kristin Gatscha sprach gestern mit der Gemeinde über die Fusion.
Erst predigen, dann argumentieren: Pastorin Kristin Gatscha sprach gestern mit der Gemeinde über die Fusion.

Großgemeinde soll Zukunft der Uelitzer sichern Prämien für neuen Verbund in Aussicht gestellt

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28. Oktober 2019, 09:39 Uhr

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Es werden immer weniger Menschen, die in die Kirchenkasse einzahlen. Konnte sich die Uelitzer Kirche 2014 noch über 725 Mitglieder freuen, so sind es aktuell noch 667. „Um auch in Zukunft den Menschen nah zu sein, müssen wir Hilfe annehmen und neue Wege gehen“, gab die Uelitzer Pastorin gestern den Übergang von der Predigt zur Gemeindeversammlung. Ein ernstes Thema stand auf der Einladung: Fusion mit den evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Gammelin-Warsow und Parum, Stralendorf-Wittenförden und Pampow-Sülstorf. Seit Februar 2018 gibt es bereits Gespräche über eine mögliche Gesamtgemeinde. Nun wird es ernst. Es sei mit weiteren Rückgängen der Mitgliederzahlen aufgrund der Altersstruktur zu rechnen, es stehen Pensionierungen der Pastoren bevor und zudem seien auch die Zahlen der Theologiestudenten rückläufig.

„Am Ende ist entscheidend, dass wir bei den Menschen vor Ort sind. Wie wir das organisieren, ist den Menschen egal“, sagte Probst Marcus Antonioli. Er war gestern zum Gottesdienst gekommen, um Kristin Gatscha bei diesem und der anschließenden Diskussion zur Fusion zu unterstützen. Denn mit „Gegenanlaufen“ hätte es in Uelitz nicht geklappt.

Die Fusion sieht vor, dass die vier Kirchengemeinden einen gemeinsamen Kirchgemeinderat bilden, der sich aus den hauptamtlichen Pastoren sowie jeweils zwei Vertretern der bisherigen Kirchengemeinden zusammensetzt. Es gibt bereits einen gemeinsamen Stellenplan für die Gemeinden. Dieser sieht drei Pastoren, drei Pfarrsitze und drei Seelsorgerbezirke vor. „Momentan sind wir ja vier Pastoren und das bleiben wir auch so lange, bis einer freiwillig entscheidet, zu gehen“, erklärt Kristin Gatscha. Dann werde nicht nachbesetzt. Die Pfarrsitze werden dann in Gammelin, Wittenförden und Uelitz sein. Ein Gemeindezentrum soll in Pampow entstehen, wo dann auch eine hauptamtliche Kraft für die bürokratischen Aufgaben eingestellt wird. „Wir müssen schauen, wie wir uns für die Zukunft wappnen und manche Dinge können durchaus gewinnen in so einer großen Kirchengemeinde“, erklärte Gatscha. Zudem gäbe es eine Fusionsprämie von 30 000 Euro, die sechs Jahre gezahlt werde. Die anwesenden Mitglieder ihrer eigenen Kirchengemeinde sprachen sich dafür aus, wählten diese Option: „Lieber Fusion gestalten als fusioniert werden.“ Das letzte Wort haben die Mitglieder des Kirchgemeinderates.

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