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22. September 2017 | 04:34 Uhr

Fundamente auf tiefen Pfählen

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erstellt am 13.Okt.2010 | 06:51 Uhr

Friedrichsruhe | Die Flechter der Schweriner Betonbaufirma zeigen an, dass wieder Eisenstäbe heran müssen. Von zwei Ketten gehalten, schwebt ein Bündel in die Baugrube. Der Kranführer bugsiert sie genau an die Stelle, an der das Material gebraucht wird. Beinahe zehn Tonnen Eisen gehen in die Bewehrung von nur einem der beiden Fundamente, die der neuen Brücke über den Teufelsbach auf der B 321 zwischen Friedrichs ruhe und Neu Ruthenbeck Halt geben sollen. Seit Mitte Mai wird hier gebaut und der Verkehr durch eine Bauampel geregelt. Den Zuschlag erhielt die Firma Matthäi aus Leezen im Landkreis Parchim; für spezielle Arbeiten nimmt sie Subunternehmen unter Vertrag.

Schon die drei Meter breite Umfahrung gleich neben der Bundesstraße erforderte wegen der schwierigen Bodenverhältnisse zusätzlichen Aufwand. So wurde unter der Schotterschicht, die die Schwarzdecke trägt, ein so genanntes Geogitter verlegt, das die Stabilität erhöht. Der Teufelsbach fließt derzeit durch ein Stahlrohr, auf das ein Damm geschüttet wurde. Diese Ausweichstrecke wird später zurück gebaut.

Für die zusammen 58 Kubikmeter Beton fassenden Fundamente, die gestern gegossen wurden, machte sich angesichts des torfigen Untergrunds eine Tiefengründung notwendig. Unter jedes Fundament kamen sieben Bohrpfähle rund zehn Meter tief in den Boden. Dazu wurden

Löcher im Durchmesser von 72 Zentimetern gebohrt, mit Bewehrung versehen und mit Beton verfüllt. Vorausgegangen war die Herstellung von Probepfählen, um die statischen Berechnungen einer praktischen Prüfung vor Ort zu unterziehen. Alles im grünen Bereich, so das Resultat. "Probepfähle dürfen nicht gleich belastet werden, sie müssen erst anwachsen, wie wir scherzhaft sagen", erklärt Thorsten Uhlig, Dezernent im Straßenbauamt Schwerin. Gleiches gelte für die Bohrpfähle; sie mussten aushärten und geprüft werden, so Polier Harald Kluge von der Firma Matthäi. In der Zeit ruhe hier die Arbeit, so dass bei Vorbeifahrenden mitunter der Eindruck entstehe, die Baustelle sei verwaist. "Doch im Brückenbau ist nur ein Schritt nach dem anderen und kein paralleles Arbeiten möglich", unterstreicht der Polier. "Wir liegen genau im Zeitplan."

In der nächsten Woche beginnt die Fertigung der Widerlager, die ebenfalls aus Beton bestehen und den Überbau tragen werden. Dieser soll bis Weihnachten fertig sein. Die Überbauplatte wird aus Beton

gegossen und muss dann eine bestimmte Zeit aushärten, bevor die Abdichtung und am Ende die Asphalt decke aufgetragen werden können. Eine Unbekannte ist für die Brückenbauer stets die Witterung. Bei geringen Minusgraden dürfe Beton verarbeitet werden, stärkerer Frost aber setze ein Stoppzeichen. "Das ist dann eben so; uns nach dem Wetter zu richten, sind wir gewohnt", sagt Harald Kluge ungerührt.

Die 50 Jahre alte Brücke war komplett abgerissen worden. Der Ersatzbau sei wirtschaftlicher als eine Grundinstandsetzung, begründet Thorsten Uhlig vom Straßenbauamt. Weil nicht nur die Verkehrsdichte in den letzten beiden Jahrzehnten deutlich zugenommen habe, sondern noch mehr die Tonnage, die über die Straßen rollt, sei die Bausubstanz zunehmend geschädigt worden. Gleichzeitig werde die neue Brücke dem heutigen technischen Regelwerk angepasst und etwas breiter als die zuvor. Bis ins erste Quartal nächsten Jahres sind die Arbeiten am Teufelsbach geplant.

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