Pferd faulen Hufe weg : Fürst Niklot reitet auf Problem-Ross

Perfekt repariert: Die schadhaften Stellen des Reiterstandbildes sind ausgebessert.
Perfekt repariert: Die schadhaften Stellen des Reiterstandbildes sind ausgebessert.

Jetzt wird Niklots Pferd Sache der Baukommission, weil das Reiterstandbildauf dem Schloss ausgebessert werden muss

svz.de von
20. Dezember 2013, 08:00 Uhr

Das Reiterstandbild von Fürst Niklot hoch oben auf dem Schloss direkt unter der goldenen Prunkkuppel des Eingangsportals ist ein Problemfall für die Denkmalpfleger. Denn die 1855 von Bildhauer Christian Genschow geschaffene überlebensgroße Skulptur des letzten Obotritenherrschers ist aus einem gipsartigen Material gefertigt. Und Gips ist Umwelteinflüssen gegenüber nicht sehr widerstandsfähig. So musste es nun schon zum wiederholten Male saniert werden.

„Wie üblich sind die Planungen der restauratorischen Arbeiten am Reiterstandbild Niklot, die im Oktober und November ausgeführt worden sind, mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde, dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege, abgestimmt worden“, berichtet Christian Hoffmann vom Betrieb für Bau und Liegenschaften des Landes, der auch das Schweriner Schloss betreut. „Bei unseren jährlichen Untersuchung des Reiterstandbildes hatten wir zuvor festgestellt, dass auf Grund der oberflächlichen Abschieferungen im Kopfbereich und Rissen in den Beinen des Pferdes Ausbesserungsarbeiten erforderlich sein werden. Im Rahmen der Aufarbeitung sind nun die geschädigten Teile bildhauerisch bearbeitet und Teile des Pferdekopfes sowie Teile der Beine des Pferdes von fachkundigen Restauratoren erneuert worden“, fasst Hoffmann zusammen. Verwendet worden sei ein Gipsmörtel auf Acrylbasis, der nach dem Aushärten wasserdicht ist. Zusätzlich wurde im Kopfbereich ein Glasfasergewebe mit einem Acrylbindemittel aufgebracht, das die Übergangsbereiche zwischen Neu- und Altmaterial überbrückt. Dies wurde dann nochmals mit einer dünnen Schicht aus acrylhaltigem Gipsmörtel überzogen und erhielt abschließend einen Anstrich aus Silikonharzfarbe.

Damit wirkt Niklot samt Ross nun wieder wie neu. Doch eine dauerhafte Lösung ist das nicht. Deshalb beschäftigt sich nun die Baukommission des Landtages mit dem Problem-Pferd, um den Weg für eine nachhaltige Sicherung der markanten Skulptur für die Zukunft zu ebenen.


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