ANlaufstelle : Für Welterbe ist kein Geld da

Hier soll das Info-Center einmal hinkommen: zwischen Altem Palais und Staatstheater auf dem Alten Garten.
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Hier soll das Info-Center einmal hinkommen: zwischen Altem Palais und Staatstheater auf dem Alten Garten.

Schwerin will auf die Liste und plant Info-Center für Besucher – aber ohne Fördergelder ist das zwei Millionen Euro teure Vorhaben vom Tisch

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28. November 2014, 12:00 Uhr

Die Stadt Schwerin plant den Bau eines Welterbe-Centers am Alten Garten. Es soll zugleich eine erste Anlaufadresse vor allem für Busreisende sein. Das Problem: Noch ist kein Geld für den etwa zwei Millionen Euro teuren Bau vorhanden.

Zwischen Altem Palais und Staatstheater, dort, wo an einer denkmalgeschützten Backsteinmauer heute großformatige Plakate des Theaters prangen, soll das Welterbe-Center entstehen. Hier sollen Schwerin-Besucher alles über die Stadt und seine Bewerbung als Welterbestätte erfahren können. „Wir werden natürlich auch auf die anderen zum Welterbe gehörenden Städte in der Nachbarschaft aufmerksam machen“, sagt Stadtplaner Günter Reinkober. Das seien, so Reinkober, natürlich Wismar und Stralsund sowie eventuell auch Lübeck. „Und die Buchenwälder von Rügen bis zum Balkan, die zum Weltnaturerbe erklärt wurden“, sagt Reinkober. Wie das Zentrum aussehen und ausgestattet sein wird, steht noch nicht fest. „Uns schwebt ein Architektenwettbewerb vor“, so Reinkober. „Es muss in das Residenzensemble passen, das wir ja gerade auf die Welterbeliste der Unesco bekommen wollen.“ Entsprechend sensibel müsse mit der Örtlichkeit umgegangen werden. Reinkober: „Das ist uns aber an anderen Stellen in der Stadt schon gelungen.“

Zur Finanzierung des Welterbe-Centers hat die Stadt einen Förderantrag beim Bund gestellt, der ein neues, über fünf Jahre laufendes Förderprogramm aufgelegt hat. „Leider waren wir unter den mehr als 200 Bewerbern, die abgelehnt wurden“, bedauert Günter Reinkober. Nur etwa 25 Anträge wurden für dieses Jahr bewilligt. „Wir werden es in den kommenden Jahren aber immer wieder versuchen“, so der Stadtplanungschef. Denn immerhin könnten 90 Prozent der Gesamtsumme gefördert werden. Damit verblieben für die Landeshauptstadt aber immerhin noch 200 000 Euro für den so genannten Eigenanteil.

Die zwei Millionen Euro sollen nicht nur für den reinen Bau aufgewendet werden. Finanziert werden sollen von dem Geld auch Architektenwettbewerb, Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung. Und möglicherweise kann in das Welterbe-Center auch ein Imbiss- und Kaffeestand integriert werden. Den vermissen jedenfalls die Stadtführer für ihre Gäste, wie die SVZ immer wieder am „Heißen Draht“ erfährt.

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