Schweriner Sammelleidenschaften : Für jedes Buch ein Lesezeichen

Die ehemalige Kinderbibliothekarin Christa Barthels hat eine passende Sammelleidenschaft zu  ihrem Beruf: Lesezeichen. Fotos: Christina Köhn
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Die ehemalige Kinderbibliothekarin Christa Barthels hat eine passende Sammelleidenschaft zu ihrem Beruf: Lesezeichen. Fotos: Christina Köhn

Christa Barthels sammelt Lesezeichen. Inzwischen besitzt sie 11 000 Stück, die unter anderem aus Polen, der Türkei oder Mexiko stammen.

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08. Mai 2017, 12:00 Uhr

Im Wohnzimmer von Christa Barthels stehen viele Bücher, akkurat geordnet im Regal. Werke von Erich Kästner, Siegfried Lenz und Henning Mankell leisten sich dort Gesellschaft mit Kriminalromanen von Håkan Nesser und Jussi Adler-Olsen. Es ist unverkennbar – Christa Barthels liest gerne. Kein Wunder, dass sie eine passende Sammlung zu ihrem Hobby hat: Lesezeichen. Für die SVZ-Serie „Schweriner Sammelleidenschaften“ zeigt sie einige ihrer Schätze.

Warum die 79-Jährige ausgerechnet eine Sammelleidenschaft für Lesezeichen entwickelt hat, kann sie gar nicht genau sagen. „Ich habe als Kinderbibliothekarin gearbeitet, vielleicht kommt das daher.“ Dafür weiß sie jedoch noch ganz genau, wann sie mit ihrer Sammlung begonnen hat. „Das war am 5. Juli 1993“, erinnert sie sich. Auf einer Illustratoren-Tagung habe sie ein Lesezeichen bekommen, auf dem eine Schultasche abgebildet war.

Seitdem hat sie das Sammelfieber gepackt. Mehr als 11 000 Lesezeichen sind dabei zusammengekommen, ordentlich einsortiert in Alben und kleine Kästchen nach Themen wie Kirche, London, Sprüche, Tiere, Dänemark oder Blüten. Es gibt filigran gearbeitet Lesezeichen mit asiatischen Figuren und Schriftzeichen, Lesezeichen mit Blindenschrift von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde aus Leipzig und sogar eine ganze Alphabet-Reihe mit 26 Lesezeichen von einem Kinderbuchverlag.

Auf ihrer Suche nach neuen Schätzen wird sie tatkräftig von ihrem Mann unterstützt, der in den Buchhandlungen stöbert. „Wir sind außerdem jahrelang zur Buchmesse nach Leipzig gefahren“, berichtet Christa Barthels. „Dort konnte man pro Tag mehr als 100 Lesezeichen ergattern.“ Am Anfang habe sie zudem an Verlage geschrieben. Und natürlich wurde auch in den Urlauben in Dänemark, England, Italien, Schweden und Norwegen nach Lesezeichen geschaut. „Wenn man erst mal angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören“, sagt sie lachend.

Lesezeichen mit Magnet, aus Holz oder in Federform, mit Friedrich dem Großen, Hieroglyphen oder Motiven von Friedensreich Hundertwasser – die Sammlung der Schwerinerin ist riesig. Zwischen Werbe-Lesezeichen tummeln sich auch Bücherwürmer, welche aus Metall und Leder oder mit einer Lupe. „Meine Nichte hat mir die Stifte als Lesezeichen aus Amerika geschickt“, erzählt die fünffache Uroma. „Auch die handgemachten aus Mexiko sind von ihr.“ Von ihrer Familie habe sie regelmäßig Lesezeichen zum Geburtstag und zu Weihnachten bekommen.

Christa Barthels ist jedoch nicht nur eine fleißige Sammlerin, sie dokumentiert ihre Lesezeichen auch akribisch nach Datum und Herkunft. In ihren Aufzeichnungen finden sich auch Lesezeichen aus Polen und der Schweiz, die gehäkelt oder bestickt wurden, sowie türkische Lesezeichen aus Stoff von alten Teppichen und Wandbehängen. Und vielleicht nimmt sie für ihren nächsten Roman ja das blau-weiße Lesezeichen mit dem aufgedruckten Buchstaben C.


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