Werdervorstadt : Für gutes Klima sorgen

Dr. Frank Grüttner erläuterte die Energie-Studie, mit der er vor zwei Jahren in der Werdervorstadt begonnen hat.
Dr. Frank Grüttner erläuterte die Energie-Studie, mit der er vor zwei Jahren in der Werdervorstadt begonnen hat.

Ingenieurbüro stellte Kohlendioxid-Einsparpotenziale vor: Fernwärme als guter Ansatz

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05. Dezember 2014, 16:00 Uhr

Wie klimagerecht wird in der Werdervorstadt im Jahr 2050 gelebt? Bis dahin will die Landeshauptstadt nämlich kohlendioxid-neutral werden und damit ihren Teil beitragen zu einem besseren Weltklima. CO2 entsteht u. a. bei der Verbrennung fossiler Energieträger, also durch Verkehr, Heizen, Stromerzeugung, Industrie und das macht etwa 60 Prozent des vom Menschen verursachten Treibhauseffekts aus. Ein erhebliches Potenzial zur CO2-Reduktion liegt im Gebäudebestand der Stadt, meint jedenfalls die Verwaltung und hatte deshalb das Rostocker Ingenieurbüro EUB mit einer entsprechenden Studie über die Werdervorstadt als Beispielquartier mit viel Altbaubestand beauftragt. Die stellte Dr. Frank Grüttner jetzt dem Ortsbeirat Schelfstadt, Werdervorstadt, Schelfwerder vor – und blieb trotz vieler Balkendiagramme, Kurven und Tabellen im Resultat sehr unverbindlich. Wie viel denn die klimagerechte Sanierung eines Altbaus in der Werdervorstadt hochgerechnet kosten würde, wollte am Ende des Vortrags ein Zuhörer wissen. Darauf hatte Grüttner keine Antwort. Stattdessen riet er zu individuellen Einzelfallentscheidungen je nach Haustyp, Geldbeutel und aktuellem Sanierungsgrad. Aber: Möglich sei vieles, von der Dämmung bis zu Solardach oder sogar der Nutzung von Seewasserwärme.

Präziser wurden anschließend die Stadtwerke, die ihre geplante Geothermieanlage in den Waisengärten und das Fernwärmekonzept für die Werdervorstadt vorstellten. Dort werden aktuell Leitungen verlegt, um diesen Bereich künftig mit CO2-neutraler Fernwärme zu versorgen. Die ist zwar teurer als Öl oder Gas, dafür aber gut fürs Klima. Wer sein Haus in der Werdervorstadt neu an die Wärmeversorgung anschließt, muss jetzt Fernwärme oder eine andere regenerative Energiequelle wählen. Alte Öl- oder Gasheizungen haben Bestandsschutz, so lange sie noch funktionieren.

Die rund 16 Millionen Euro teure Geothermieanlage soll 85 Prozent der Erdwärme, die sie aus 1300 Meter Tiefe holt, ins Fernwärmenetz einspeisen. Mit den restlichen 15 Prozent werden die Neubauten in den Waisengärten versorgt. All das hatte das Publikum auf anderen Info-Veranstaltungen schon gehört, wirklich Neues wurde in knapp zweieinhalb Vortrags-Stunden nicht geliefert. Schade.

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