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Banzkows Geflügelzüchter in Aufruhr : Für große Zuchttiere wird es eng

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nicht jede Geflügelrasse ist für eine wochenlange Stallpflicht geeignet, Roland Damm hat sich von seinen Mechelner verabschiedet

Die Rassegeflügelschau in Crivitz am zweiten Januar-Wochenende – abgesagt. Die Kreisverbandsschau für Rassegeflügel in Parchim Anfang Dezember – abgesagt. Halter und Verantwortliche hatten sich im Verlaufe des Zuchtjahres akribisch darauf vorbereitet, müssen nun mit den Absagen leben. Doch nicht nur die Ausfälle bedeuten einen Verlust, auch die wochenlange Stallpflicht stellt so manchen Hobby-Züchter vor Probleme. Zwar wurden im Landkreis Ludwigslust-Parchim einige Restriktionsgebiete in Beobachtungebiete umgewandelt (SVZ berichtete), allerdings bedeutet das keine Lockerung bei der Stallpflicht.

Was für die Halter von Legehennen auf diese lange Sicht bereits eine Herausforderung darstellt, ist für die Züchter einer besonderen Geflügelrasse manchmal eine Unmöglichkeit. „Vor einem Jahr habe ich angefangen, Mechelner zu züchten, weil die Rasse auf der Roten Liste steht und ich mal wieder etwas Neues ausprobieren wollte“, berichtet Roland Damm, Geflügelzüchter aus Banzkow. Doch als die Aufstallungspflicht verordnet wurde, hat er sich von den zwölf Tieren verabschiedet – schweren Herzens. „Ich habe nicht den Platz, um diese großen Hühner artgerecht im Stall zu halten“, erklärt der 56-Jährige, der sich im Sinne des Tierwohls für eine Schlachtung entschieden hat. Derzeit hält Roland Damm noch einige kleinere Zuchthühner, Lakenfelder, und zehn Legehennen. Durch das lange Einsperren würden die Hennen zwar weniger Eier legen und seine Zuchttiere würden etwas schlechter fressen und bräuchten noch mehr und intensivere Pflege, so der in der Landwirtschaft Tätige, aber noch gehe es.

Damms Schwiegervater Gerhard Gätcke blickt bereits etwas weiter voraus. Für den seit 50 Jahren passionierten Rassegeflügelzüchter gehe es auch um ein Umdenken. „Ich kann mich nicht erinnern, dass es die Geflügelpest früher gegeben hat. Heute kommt sie fast jedes Jahr vor. Ich denke, Tierhalter müssen sich darauf einstellen. Wenn sie züchten, müssen sie auch dementsprechende Ställe bauen und nicht nur einen Verschlag, um die Hühner über Nacht einzusperren.“ Auch mit Hinblick auf die neu beginnende Zuchtsaison sagt der 83-Jährige: „Bis Mai kann ich meine Zwerg-Welsumer noch problemlos eingesperrt halten, dann wird der Platz mit den Küken eng.“

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