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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. November 2017 | 02:19 Uhr

Weihnachtsaktion : Für Geschenke sparen sie ein Jahr

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Drei arbeitslose Frauen berichten, wie sie ihre Familien durchbringen

svz.de von
erstellt am 03.Dez.2015 | 12:00 Uhr

Sie treffen sich regelmäßig bei der Ausgabestelle der Schweriner Tafel in der Petrusgemeinde im Mueßer Holz: drei Frauen – drei Schicksale – drei Beispiele für Lebensmut.

Astrid, 45 Jahre, zwei Kinder, alleinerziehend. „Ich hole mir Obst und Gemüse bei der Tafel“, sagt Astrid, die von Hartz IV lebt. 250 Euro hat sie im Monat zur Verfügung, wenn alle Rechnungen bezahlt sind. „Um meinen Kindern ein Geschenk zu Weihnachten machen zu können, spare ich das ganze Jahr“, erzählt die Schwerinerin. Natürlich hätten die Kleinen ihre Wünsche, stehe zum Beispiel Playmobil hoch im Kurs.

Drei Kinder hat Emanuela. Die 44-Jährige kommt seit vier Jahren zur Tafel. „Wenn man mehrere Kinder hat, ist es schwer, einen Job zu finden“, berichtet Emanuela. Textilreinigungsfacharbeiter – diesen Beruf hat die Schwerinerin mal erlernt. Weil immer mehr Menschen zur Tafelausgabe kämen, werde das Stück vom Kuchen für jeden Einzelnen kleiner, sagt die Schwerinerin. „Aber was ich bekomme, hilft mir, es über die Woche zu schaffen.“ Weihnachtsgeschenke? „Ich gucke nach Angeboten“, erklärt Emanuela. „Die Kinder sollen doch ihre Freude haben.“

„Ich gehe nicht weg, leiste mir nichts mehr“, sagt Andrea, ebenfalls Mutter von drei Kindern, seit vier Jahren ohne Job. Vor zwei Monaten habe sie sich zum ersten Mal die kostenlosen Lebensmittel von der Tafel geholt, vor allem Obst und Gemüse. „Anfangs gab es eine Hemmschwelle“, schildert die 37-Jährige. Aber sie tue es für ihre Kinder. Sie sollen nicht spüren, dass das Geld in der Haushaltskasse knapp ist. „Ich möchte nicht, dass meine Kinder in der Schule ausgeschlossen werden, deshalb unterstütze ich sie, so gut ich kann“, betont Andrea. Im Dezember, ja, da gäbe es viele Ausgaben.

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