Pampower Wirtschaft : Für einen Tag im Chefsessel

Ihren Schreibtisch und ihren Job überließ Hausleiterin Cathleen Tech Azubi André Burchartz für einen Tag.
Ihren Schreibtisch und ihren Job überließ Hausleiterin Cathleen Tech Azubi André Burchartz für einen Tag.

Beim Azubi-Tag im Pampower Möbelhaus übernehmen die Lehrlinge die Posten ihrer Vorgesetzten und haben das Sagen

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28. November 2017, 23:33 Uhr

Eine pfiffige Idee, ein Schuhkarton und ein bisschen Bastelgeschick brachten André Burchartz direkt in den Chefsessel eines großen Möbelhauses. Eine steile Karriere für einen 24-Jährigen, der in diesem Unternehmen gerade einmal die Hälfte seiner Lehrzeit zum Einzelhandelskaufmann geschafft hat. Dieser beachtliche Aufstieg ist dem Azubi-Day zu verdanken. An diesem Tag besetzen nämlich die Lehrlinge in der Pampower XXXLutz-Filiale Rück die Posten ihrer Vorgesetzten.

Schwarzer Anzug, weißes Hemd, frisch rasiert und voller Tatendrang. So beginnt André Burchartz seinen ganz besonderen Arbeitstag. Er ist der Chef. Als Hausleiter sogar der Vorgesetzte des Büroleiters, des Verkaufsleiters oder der Abteilungsleiter. Kurzum: der Chef aller Chefs. Der Hausleiter, das ist der, der über alles im Möbelhaus Bescheid weiß, der die Strukturen, die Umsätze und alle 105 Angestellten kennt. Der, der regelmäßig die 18 000 Quadratmeter Verkaufsfläche auf drei Etagen abgeht, Probleme erkennt und Lösungen sucht, den Mitarbeitern einen schönen Tag wünscht oder sie zur Seite nimmt, wenn etwas nicht so läuft, wie es laufen sollte. Eigentlich ist das der Job von Cathleen Tech, die an diesem Tag alle Rechte und Pflichten an den Azubi abtritt. „Die XXXL-Filialen im Süden Deutschlands haben diesen Tag schon mehrmals ausgerichtet und gute Erfahrungen damit gemacht“, sagt Cathleen Tech, spricht dann von Abwechslung, Motivation und Erfahrungen, die die Auszubildenden sammeln.

Es ist 10 Uhr. Von den insgesamt 25 Auszubildenden sind 22 in neue Rollen geschlüpft und übernehmen ab jetzt die Aufgaben der Führungskräfte. Sie alle konnten sich vorher für bestimmte Positionen innerhalb des Hauses bewerben. André wollte die des Hausleiters übernehmen, bewarb sich mit einer XXXL-Miniatur-Filiale, die er aus einem Schuhkarton bastelte und in dessen Eingangsbereich er sein Bewerbungsfoto klebte. Er bekam den Zuschlag.

Jetzt steht der Pampower André Burchartz im echten Eingang und begrüßt die ersten Gäste. Das gehört sich so für einen Hausleiter. Dann geht es eine Etage höher. Büro 1.18. Hausleitung, steht auf einem Schild über der Tür. Azubi Burchartz nimmt im Chefsessel Platz. „Ich bin gespannt, was heute alles auf mich zukommt“, sagt er. Sein Handy klingelt. Nun ist er Ansprechpartner für alle, die etwas vom Chef wollen.

Zahlen kontrollieren, Mitarbeiterpläne studieren, Anrufe im Fünf-Minuten-Takt annehmen. Der angehende Einzelhandelskaufmann kommt ins Schwitzen. Viel Arbeit, keine Erfahrung, alles Neuland. In der Abteilung Küche und Bad, da kennt er jedes Waschbecken und jeden Spiegelschrank. Das ist seine aktueller Einsatzort im Unternehmen. Da berät er Kunden, führt Verkaufsgespräche. Gibt es Probleme, ist die Abteilungsleitung da. Aber jetzt, da muss er Entscheidungen treffen.

Im Büro nebenan hat Auszubildende Michele Plorin den Job des Verkaufsleiters übernommen, ein Zimmer weiter sitzt Lehrling Maria Krosch auf dem Stuhl des Büroleiters. Hausleiter Burchartz übt Konversation. „Läuft alles? Was liegt an?“ So ganz wohl fühlen sie sich alle noch nicht in ihrer neuen Rolle, doch im Laufe des Tages wachsen sie immer mehr hinein.

Am Abend gibt es ein Abschlussgespräch. André, sagt Cathleen Tech, habe seine Sache gut gemacht. Und wie hat es dem Azubi gefallen? „Jetzt weiß ich, was die Chefs hier jeden Tag so machen müssen. Und das ist viel mehr, als ich gedacht hatte.“

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