Stadtentwicklung Schwerin : Fünfgeschosser für Flüchtlinge

Ein solcher Plattenbau soll im Zentrum von Neu Zippendorf als Unterkunft für Flüchtlinge und Asylbewerber hergerichtet werden.
Ein solcher Plattenbau soll im Zentrum von Neu Zippendorf als Unterkunft für Flüchtlinge und Asylbewerber hergerichtet werden.

Rundgang durch Neu Zippendorf: Gerücht dementiert – Hochhäuser am Berliner Platz nicht als Notunterkunft vorgesehen

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18. September 2015, 21:00 Uhr

Die Hochhäuser in der Rostocker Straße sind nicht als Flüchtlingsunterkunft vorgesehen. „Dieses Gerücht stimmt nicht“, sagte Baudezernent Bernd Nottebaum bei einem gemeinsamen Rundgang mit dem Ortsbeirat durch Neu Zippendorf. „Die Gebäude werden 2017 abgerissen. Was allerdings aus dem Stadtteilzentrum zwischen Berliner Platz und der Plater Straße wird, ist nicht mehr sicher. „Einen schnellen Abriss der Wohnblöcke wird es nicht geben. Hier passiert in den nächsten fünf Jahren nichts.“ Die Oberbürgermeisterin teilte inzwischen aber mit, dass ein Fünfgeschosser als Flüchtlingsnotaufnahme hergerichtet werden soll.

Die Brachflächen am Berliner Platz allerdings sollen in Zukunft besser gepflegt werden, sicherte der Baudezernent zu. Hier müsse geklärt werden, wer wofür zuständig ist.

Die Sanierung des oberen Teils des Berliner Platzes soll demnächst beginnen. „Viel wichtiger wäre aber der untere Teil“, sagte Ortsbeiratsvorsitzender Georg-Christian Riedel. Doch das wird vorerst nichts. „Zunächst müssen die Hochhäuser weg, dann sehen wir weiter“, so Nottebaum.

An der Ecke Am Grünen Tal - An der Crivitzer Chaussee wird gebaut. Hier entsteht ein Aldi-Markt. Die Baustellenzufahrt aber erfolgt über einen bisher öffentlichen Parkplatz an der Pilaer Straße. Der ist nun gesperrt. „Ich gehe davon aus, dass der Parkplatz nach Fertigstellung des Marktes wieder aufgemacht wird“, sagte Nottebaum. Denn Aldi baue einen eigenen Parkplatz. Ein Edeka-Markt, den ein Investor an dem Stadtort bauen wollte, wird aber vorerst nicht kommen. „Das Projekt haben wir abgelehnt. Ein solcher Supermarkt sollte am Berliner Platz entstehen“, informierte Nottebaum und bekam dafür allgemeine Zustimmung der Ortsbeiratsmitglieder. Aber: „An einem Supermarkt am Berliner Platz gibt es von privaten Investoren bisher nur loses Interesse“, so der Baudezernent. „Wenn das aber in den kommenden fünf Jahren nichts wird, bauen wir hier an der Pilaer Straße.“

Der Ortsbeirat wies während des Rundgangs auf viele „Kleinigkeiten“ hin. So wird ein Bolzplatz kaum genutzt, genauso wie ein Spielplatz – und beide werden nicht mehr gepflegt. Und Hecken und Büsche wachsen an vielen Stellen schon so weit auf einige Fußwege, dass Fußgänger nur noch gebückt gehen können. Hier versprach Nottebaum, dass die Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen Abhilfe schaffen werden.

Einen Vorschlag für eine Hundewiese machte Georg-Christian Riedel. „Dafür könnte doch die Wendeschleife der Straßenbahn genutzt werden – wenn der Nahverkehr einverstanden ist.“ Nottebaum versprach, die Idee prüfen zu lassen.

Keine Lösung konnte der Baudezernent für die ehemalige Parteischule anbieten. „Das Beste wären der Abriss und der Bau von Einfamilienhäusern“, so Bernd Nottebaum. Doch durch die Kosten für Abriss und Altlastensanierung würden die Grundstückspreise sehr hoch. „Das macht das Vorhaben für den Besitzer schwierig.“ Doch Beiratsvorsitzender Riedel forderte eine schnelle Lösung. „Hier treiben sich jeden Tag junge Leute in der Ruine rum. Manchmal fallen da drin auch Schüsse.“ Ein unhaltbarer Zustand.

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