Jamel : Frühjahrsputz im Storchennest

Haben ein Herz für Störche:  Horst Pilkowski und Margret Behrens Fotos: Heidrun Pätzold (2)
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Haben ein Herz für Störche: Horst Pilkowski und Margret Behrens Fotos: Heidrun Pätzold (2)

Auf dem Grundstück der Familie Behrens in Jamel wurde der Nistplatz gereinigt, um Adebar wieder anzulocken

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30. März 2016, 12:00 Uhr

„Vielleicht klappts ja, ich würde mich freuen, wenn sich wieder ein Storchenpaar hier niederlässt“, sagt die 74-jährige Margret Behrens aus Jamel und schaut zum Nest hinauf, das auf einem Holzmast aufliegt. Horst Pilkowski und Sabine Voß fahren mit dem Arbeitskorb einer Hebebühne hoch, bis sie einen guten Blick ins leere Nest haben. Pilkowski, Fahrer von der Elektrofirma Heiko Wunderow aus Barnin, fängt sogleich an, dicke Erdklumpen und ein Teil des Geästes aus dem Nest zu nehmen. Anschließend polstert die Regionalbeauftragte für Storchenfragen im Großamt Crivitz sowie für Raduhn und Rusch die Nisthilfe mit Moos aus und prüft noch mal alles, zupft da und dort und dann gehts schon wieder abwärts.

„Das war der Frühjahrsputz für das Storchennest“, erklärt Sabine Voß. Er sei längere Zeit nicht mehr besetzt gewesen, daher hatte es auch kein Storch zwischendurch gesäubert. Jetzt hofft auch die Mirowerin, dass das Nest wieder ein Anreiz für Meister Adebar ist, hier zu landen.

Gelandet sei er in der Vergangenheit hier zwar häufig, aber nicht sesshaft geworden, erzählt Margret Behrens. Vor drei Jahren hatte ein Paar sogar gebrütet, erzählt die Seniorin. Es sind auch zwei Junge geschlüpft. Allerdings haben die Storcheneltern ihren Nachwuchs dann aus dem Nest geworfen, so dass sie starben. Die Jamelerin vermutet, dass das Storchenpaar zu spät mit dem Brüten angefangen habe und dann nicht mehr ausreichend Futter in der weiten Lewitz fand. Zumal, so Margret Behrens, in der Vergangenheit zunehmend mehr Mais auf den einstigen Wiesen angebaut worden ist.

„Es war immer schön, die Störche zu beobachten“, erzählt die 74-Jährige. Sie könne sich noch erinnern, als die großen Vögel auf ihrem Hof herumliefen, sogar auf der Straße marschierten. „Und wenn die Jungen anfingen zu klappern, hat das überhaupt nicht gestört. Das war so was von herrlich.“ Und Sabine Voß pflichtet ihr bei: „Das Storchen-Geklapper klingt wie eine Sinfonie.“

Der Holzmast samt Nisthilfe auf dem Grundstück der Familie Behrens wurde Mitte der 1990er-Jahre aufgestellt. Und tatsächlich hatten sich danach Storchenpaare hier angesiedelt und für Nachwuchs gesorgt. Oft machten sie sich aber wieder davon. Vielleicht ändert sich das ja nun.

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