Schwerin : Fritz erkundet sein Gehege

Ein Jahr alt ist Helmkasuar Fritz, der aus dem Dierenpark Amersfoort in den Niederlanden nach Schwerin kam.
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Ein Jahr alt ist Helmkasuar Fritz, der aus dem Dierenpark Amersfoort in den Niederlanden nach Schwerin kam. Fotos: Koepke (2)

Helmkasuar soll zum neuen Star im Schweriner Zoo werden. Tierpark plant Zucht der Laufvögel

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18. Juli 2018, 23:49 Uhr

Seinen deutschen Vornamen hat Fritz noch in den Niederlanden bekommen. Aus dem Dierenpark Amersfoort in der Provinz Utrecht kommt der Helmkasuar, der zum neuen Star im Schweriner Zoo werden soll. Erstmal erkundet Fritz aber sein Gehege, das zwischen den Domizilen der Bennett-Kängurus und der Weißschwanz-Stachelschweine liegt. Die umgebaute und naturnahe Anlage mit Teich ist ein wahres Paradies für einen Laufvogel.

Bis Fritz wirklich einen Helm aufhat, wird es allerdings noch ein bisschen dauern. „Vier bis fünf Jahre braucht ein Helmkasuar, um ausgewachsen zu sein“, sagt Tierpfleger Thomas Engelhardt. Genau genommen ist es natürlich auch kein Helm, den der Kasuar auf dem Kopf trägt, sondern Horngewebe, das wie eine Kopfbedeckung aussieht.

Ein Jahr alt ist Fritz jetzt, seit Herbst vergangenen Jahres lebt er im Schweriner Zoo, war zunächst in einem anderen Gehege untergebracht, konnte sich hinter den Kulissen an die Tierpfleger gewöhnen. Doch nun ist Zeit für den großen Auftritt. Und groß ist auch das richtige Stichwort: „Helmkasuare sind die drittgrößten Laufvögel der Welt“, erklärt Engelhardt. Bis zu 1,70 Meter groß würden die Tiere, die über bemerkenswert große Krallen verfügten.

Zu Hause sind die Kasuare, die nicht nicht nur durch ihren markanten Helm, sondern auch durch ihr in verschiedensten Schwarz- und Blau-Tönen schimmerndes Gefieder auffallen, in den tropischen Regenwäldern Neuguineas und Nordaustraliens. Dort nehmen sie eine wichtige ökologische Rolle ein, indem sie Früchte fressen und den Samen durch ihren Kot verbreiten.

Noch dreht Fritz im Zoo allein seine Runden im Gehege. Das soll sich aber ändern. „Perspektivisch suchen wir für den Vogel eine Partnerin“, betont Engelhardt, strebe der Tierpark eine Zucht an. Ungewöhnlich: Bei den Kasuaren kümmert sich das Männchen um das Ausbrüten der grasgrünen Eier sowie um die Aufzucht des Nachwuchses.

Helmkasuare gelten in der freien Natur als „potenziell gefährdet“. Durch Wilderei und den Verlust des Lebensraumes beläuft sich die Population aktuell auf rund 20 000 wild lebende Tiere. In Deutschland werden die Laufvögel lediglich in etwa einem Dutzend Zoos gezeigt. Mit der Aufnahme des Kasuars in den Bestand, knüpft der Schweriner Tierpark einmal mehr an seinen Wandel zum Artenschutz-Zoo an.

Fritz fühlt sich sichtlich wohl in seinem 2100 Quadratmeter großen Gehege. Wer ihn sehen möchte, braucht jedoch ein bisschen Geduld, denn der Laufvogel versteckt sich gerne im Schilf.

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