zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

23. November 2017 | 17:58 Uhr

Crivitz : Frisches Gemüse aus eigenem Garten

vom

Im Garten von Jürgen Ehrlichmann sieht es top gepflegt aus. Das meiste Gemüse hat er bereits geerntet. Auf den frei gewordenen Flächen ist kein einziges Unkraut zu entdecken. Da ist der Crivitzer Kleingärtner penibel.

svz.de von
erstellt am 06.Aug.2012 | 10:34 Uhr

Crivitz | Im Garten von Jürgen Ehrlichmann sieht es top gepflegt aus. Das meiste Gemüse hat er bereits geerntet, nur ein paar Knollen müssen noch aus dem Boden geholt werden. Auf den frei gewordenen Flächen ist kein einziges Unkraut zu entdecken. Da ist der Crivitzer Kleingärtner penibel. "Wenn die Flächen frei sind, muss bei mir das Beet gleich wieder ordentlich aussehen", sagt er. Sein Gartenfreund Peter Schwarz sieht es ähnlich. Er bewirtschaftet mit seiner Frau ebenfalls einen Kleingarten in der Anlage "Aufbau" in Crivitz. Diese befindet sich zwischen Settiner Weg und Trammer Straße.

77 Kleingärten gibt es hier - auf einer Gesamtfläche von nahezu 25 000 Quadratmetern. Im Durchschnitt sind sie zwischen 390 und 500 Quadratmeter groß. "Die Anlage besteht seit 1949 und dürfte damit eine der ältesten in Crivitz sein", meint Peter Schwarz. Seine Eltern hatten schon Freude mit dem Garten, als die Arbeit für sie zu viel wurde, übernahm der Sohn. Das war 1983. "Ich bin gern im Garten. Im Prinzip jeden Tag. Es gibt immer was zu tun, und wenn nicht, kann man sehr gut ausruhen", sagt der 68-Jährige, der als Polier auf dem Bau gearbeitet hat. Missen möchte er dieses Refugium jedenfalls nicht.

Peter Schwarz und Jürgen Ehrlichmann sind Mitglieder im Vorstand des Kleingartenvereins "Aufbau". In Crivitz gibt es vier weitere. Bis auf die Sparte "Schöne Aussicht", die mit ihren rund 200 Mitgliedern zum Parchimer Kreisverband gehört, sind die anderen Sparten im Kreisverband der Gartenfreunde Schwerin organisiert. Jürgen Ehrlichmann leitete den Verein vorübergehend, weil der Vereinsvorsitzende verstorben war. Auf der Mitgliederversammlung am Sonnabendabend im Vereinshaus wurde nun die Crivitzerin Bettina Kiene zur neuen Vorsitzenden des Kleingartenvereins "Aufbau" gewählt. Außerdem wurden die drei schönsten Kleingärten prämiert. Über ein Präsent freuten sich Holger Hermann, Diethard Kruschinski und Nadja Ehrlich.

Das Gros der Vereinsmitglieder sei im Durchschnitt zwischen 45 und 55 Jahre alt. "Wir haben einen 83-jährigen Crivitzer dabei, die seinen Garten noch allein bestellt", sagt Jürgen Ehrlichmann. "Unser jüngstes Mitglied ist 23 Jahre alt." Der Kleingarten sei für jeden erschwinglich, betont er. Die Pacht für das Vereinsmitglied beträgt derzeit im Jahr 25 Euro, der Jahresbeitrag knapp 30 Euro.

Der Schrebergarten sei in der Gunst vieler Familien wieder gestiegen, meint der Crivitzer. Gemüse und Obst aus dem eigenen Anbau wissen heute wieder viele zu schätzen. Ehrlichmann: "Ich weiß, was ich dann esse." Er hat ein kleines Gewächshaus in seinem Garten aufgestellt, Gurken und Tomaten gedeihen darin prächtig. Solche kleinen Folien- oder Gewächshäuser hätten sich in jüngster Vergangenheit mehrere zugelegt, meint er. Peter Schwarz ergänzt: "Für uns ist die Gartenarbeit auch eine sinnvolle Beschäftigung. Man hat zu tun."

Aber auch hier, wie in anderen Gartenvereinen, zeichne sich ein Problem ab: Es wird schwerer, Nachfolger für Gärten zu finden, die etwa aus Altersgründen abgegeben wurden. "Wir haben in unserer Anlage derzeit drei freie Gärten. Dafür Interessenten zu finden, ist nicht einfach. Bislang haben wir es aber immer noch geschafft", erzählt Peter Schwarz. Jüngere Hobbygärtner seien die Ausnahme. Einige würden zudem die Arbeit unterschätzen und sähen den Garten vorrangig als Erholungsort. Dabei, so betonen Schwarz und Ehrlichmann übereinstimmend, sei gegen Erholung gar nichts einzuwenden. Aber: Der Garten soll auch bewirtschaftet werden - zu einem Drittel, so wie es das Bundeskleingartengesetz vorsieht.

Daran hat Jürgen Ehrlichmann auf der Mitgliederversammlung am Sonnabendabend nochmals erinnert. Außerdem ging er auf die Abwasser-Problematik ein, die in jüngster Vergangenheit innerhalb des Vereins zu Diskussionen geführt hatte. Denn Kleingärtner mit Gartenlaube und Wasseranschluss sind aufgefordert, das Schmutzwasser in abflusslose Gruben zu sammeln und es dann von einer Fachfirma entsorgen zu lassen. "Wir haben darüber alle informiert und eine Bestandsaufnahme gemacht", sagt Jürgen Ehrlichmann.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen