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Schwerin ist Fairtrade-Stadt : Frischer Wind für fairen Handel

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Stadt bekommt still und heimlich zum zweiten Mal den Titel: Neue Aktionen zum Thema werden vorbereitet

Die Landeshauptstadt hat ihren Titel als „Fairtrade-Stadt“ erneuert – aber irgendwie hat das diesmal keiner so richtig mitbekommen. Wer im Internet sucht, könnte sogar glauben, Schwerin habe das Siegel verloren: Die Domain „fairtrade-schwerin.de“ steht zum Verkauf. Dabei geht es jedoch nur um eine Adresse, versichert Ralf Göttlicher, ehemals Fairtrade-Koordinator. Die Seite wurde nicht mehr gepflegt – ähnlich wie die Kampagne. Letzteree soll mit neuem Leben erfüllt werden. Die Steuerungsgruppe traf sich jetzt wieder, sucht neue Ideen, neue Mitstreiter, neue Ansätze, neue Aktionen.

Die Euphorie bei der Erstbewerbung im Sommer 2013 war groß . Mit diversen Aktionen, Vorträgen, Umfragen und Verkostungen machten Freiwillige rund um den Schweriner Weltladen und eine Steuerungsgruppe aufmerksam auf gerechten, weltweiten Handel. Sie stellten fair gehandelten Kaffee, Kekse, getrocknete Mangos, aber auch Schnittrosen, Fuß- und Volleybälle vor. Sie suchten Multiplikatoren in Politik, Verwaltung, in Schulen und bei der Industrie- und Handelskammer. Im Ludwig-Bölkow-Haus wird heute zwar noch immer fairer Kaffee ausgeschenkt, aber insgesamt war in den vergangenen Jahren die Luft ein bisschen raus. Ein Grund: Fast alle Akteure machten ehrenamtlich mit – und öffentlichkeitswirksame Auftritte durchzuführen, kostet mehr Kraft und Zeit, als einige anfangs gedacht hatten.

Ralf Göttlicher ist heute Bildungsreferent beim Weltladen, er möchte die Koordinierungsarbeit auf mehrere Schultern verteilen. Das bedeutet: Die Werbung für die Fairtrade-Stadt Schwerin wird langsamer laufen als 2013. Citymanagerin Sabine Steinbart sitzt aber noch mit im Boot ebenso wie die IHK in Person von Kristin Just. Beide wollen ihre Kontakte nutzen und jetzt fragen, wie Gastronomen, Händler und deren Kunden heute zu Fairtrade stehen. Denn fest steht: Fair gehandelte Produkte sind oft teurer als konventionelle. Gerade Gastronomen hätten aus diesem Grund vor drei Jahren eher abgewunken. Deutlich ist aber auch: Immer mehr Discounter haben Fairtrade im Sortiment – der Kunde will diese bewussten Produkte ganz offenbar.

Im September sind die „Wochen des fairen Handels“. Bis dahin sollen erste Pläne geschmiedet sein. Den Titel „Fairtrade-Stadt“ müsste Schwerin in anderthalb Jahren übrigens wieder neu erobern. Dann zum dritten Mal. Wer dabei mithelfen will, kann sich an Ralf Göttlicher wenden unter Mail: fairtradestadt@weltladen-schwerin.de.

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erstellt am 25.Mai.2016 | 05:00 Uhr

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