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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. November 2017 | 10:16 Uhr

Schweriner Kioske : Frische Waren aus der Heimat

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kiosk statt Discounter – Schweriner setzen auf Tradition: Erwin Just bietet in seinem Kiosk Obst und Gemüse sowie Pflanzen an

svz.de von
erstellt am 20.Jul.2017 | 16:00 Uhr

Tante-Emma-Laden, Büdchen um die Ecke oder einfach nur Kiosk – für kleine Läden gibt es viele Namen. Früher prägten die kleinen Verkaufsstellen vielerorts das Stadtbild, heute gibt es nicht mehr viele davon. In der Landeshauptstadt führen aber einige Verkäufer die Tradition der Kioske fort. Heute spricht Erwin Just über die Philosophie seines Kioskes an der Haltestelle Keplerstraße im Mueßer Holz.

Erdbeeren, Stachelbeeren, Johannisbeeren, Heidelbeeren und Kirschen leuchten mit den Blumen um die Wette. Im kühlen Kiosk stehen Honig aus Boizenburg und selbstgemachte Marmelade im Regal, daneben liegen Wöbbeliner Tomaten und Mecklenburger Kartoffeln. „Was um Schwerin herum anwächst, das biete ich hier an“, erklärt Erwin Just sein Motto „Qualitätsfrüchte und einheimische Frische“. So wolle er den einheimischen Gartenanbau und Kleinerzeuger fördern. Besonders die ungespritzten Äpfel aus Dodow bringen ihm viele Kunden, die nur diese vertragen können. „Und meine selbstgemachten Salzgurken sind schon eine echte Spezialität.“

Seit 1990 hat der Diplom- Landwirt seinen Kiosk an der Hamburger Allee, Haltestelle Keplerstraße, der erst ein kleiner Verkaufwagen war. Auch in der Stauffenbergstraße und am Fernsehturm hat er eine Zeit lang seine Waren angeboten, ebenso wie auf Bauern- und Pflanzenmärkten. Doch die ökonomische Entwicklung macht auch vor dem Schweriner nicht Halt. „Zu besten Zeiten hatte ich sieben Angestellte, mittlerweile habe ich noch Aushilfen und meine Lebensgefährtin unterstützt mich.“

Seine Kunden freuen sich, dass der 63-Jährige mit Herz und Humor sowie viel Hilfsbereitschaft frisches Obst und Gemüse, Wurstwaren, Pflanzen und Blumen sowie Eier, Marmelade, Säfte und Honig anbietet. Auch Pakete können hier abgegeben und -geholt werden. „Ich habe besonders viele ältere Kunden, die sich freuen, dass ich ihnen den Einkauf rausbringe, da sie mit ihrem Rollator nicht in den Kiosk kommen“, sagt Just. Einer anderen Kundin fahre er die Waren sogar nach Hause, mit vielen könne er sich sogar auf russisch unterhalten. Und auch die kleinen Besucher kommen gerne bei dem Händler vorbei. Denn auf dem Verkaufstresen steht immer ein Teller mit „Kinderobst“. „Ich möchte den Jungen und Mädchen wieder Appetit auf Obst machen.“

Erwin Just profitiert von dem Trend, dass die Schweriner wieder vermehrt Nahrungsmittel aus der Region konsumieren. Doch lange will er das nicht mehr machen. „Ich suche dringend einen fleißigen Nachfolger, den ich einarbeiten kann.“

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